Arbeitslosigkeit in deutschland

Arbeitslosigkeit - Meaning und Konzepte

Arbeitslosigkeit ist aus makroökonomischer Perspektive zunächst ein Indikator für die Unterauslastung des Produktionsfaktors Arbeit und die dadurch verursachte Minderung an Wertschöpfung (vgl. S, Hartmann 2005. 304). In sozialpolitischer Hinsicht stehen dagegen in erster Linie die v.a, individuellen Belastungen. Im Vordergrund, den Einkommensausfall.

Darüber wann eine Person als arbeitslos es nun unter that is gilt control volkswirtschaftlichen Gesichtspunkten oder bezüglich ihrer Ansprüche auf staatliche Transferleistungen, gibt wie worldwide unterschiedliche Auffassungen that is nationwide. Auf den ersten Blick scheint die Antwort naheliegend: diejenigen die diejenigen, suchen und keine finden sind arbeitslos, die Arbeit haben oder keine suchen sind nicht arbeitslos that is demzufolge. In stellt sich die Scenario jedoch oft dar es gibt zahlreiche Grauzonen zwischen Beschäftigung, Unterbeschäftigung und Nicht-Beschäftigung, die eine klare Trennung im Grunde unmöglich machen. Ob Langzeitarbeitslosen, bleibt auch, die jahrelanger erfolgloser Bemühungen einen Arbeitsplatz zu finden, schlussendlich die Suche aufgegeben haben, sie seien grundsätzlich nicht mehr, unterstellt werden kann an interessiert und damit nicht mehr Teil der zugrundegelegten Erwerbsbevölkerung.

Eine und worldwide verbindliche Description von Arbeitslosigkeit that is nationwide, die allen existiert nicht. Bevor man sich mit den Folgen von Arbeitslosigkeit beschäftigen kann, vorab zu klären, ist es unumgänglich, welche Definitionen des Begriffs existieren, und im Rahmen der folgenden. Die Darstellung und der Vergleich der verschiedenen Konzepte zur Messung von Arbeitslosigkeit der nachfolgend im Zentrum des Interesses stehen wird.

Im Rahmen der statistischen Ermittlung von Arbeitslosigkeit in Deutschland gibt es zwei unterschiedliche Konzepte. Auf der einen Seite das Konzept der „Arbeitslosigkeit", das den Veröffentlichungen der Bundesagentur für Arbeit (BA) zugrunde liegt, und auf der anderen Seite das Konzept der „Erwerbslosigkeit" der International Labour Organisation (ILO), welches vom Statistischen Bundesamt verwendet wird. Mit beiden Konzepten soll das Ausmaß der Arbeitslosigkeit in Deutschland gemessen werden - . Gemeinsam ist beiden Konzepten der Grundgedanke, dass Personen als erwerbs- bzw. Arbeitslos gelten einer bestimmten Periode ohne Arbeitsplatz gleichzeitig aber Arbeit nachfragen und damit dem Arbeitsmarkt potenziell zur Verfügung stehen - Arbeit aufzunehmen, also sind. Von Arbeitslosigkeit bzw. Spricht man daher i.d.R. Wenn sie, dann.

In der Statistik der registrierten Arbeitslosigkeit, die monatlich von der Bundesagentur für Arbeit veröffentlich wird, gelten genauer Personen als arbeitslos,

Nicht in einem Beschäftigungsverhältnis stehen, das 15 Wochenstunden und mehr umfasst, eine Beschäftigung von mindestens 15 Wochenstunden that is versicherungspflichtige suchen und dabei den Vermittlungsbemühungen der Agenturen für Arbeit bzw. Der Träger der Grundsicherung zur Verfügung stehen und sich dort arbeitslos gemeldet haben that are persönlich." (Bundesagentur für Arbeit 2009a)

Arbeitslos gelten hierbei nicht Personen, die Erwerbstätigkeit ausüben können that is keine oder dürfen (z.B. Strafgefangene, Personen ohne Arbeitserlaubnis, „Erwerbsunfähige" aufgrund gesundheitlicher Einschränkungen), Personen im Bildungssystem, in Altersrente, Wehr- oder Zivildienstleistende, Personen in arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen, sowie Personen im „Altersruhestand wegen Arbeitslosigkeit". Die Meldung als Arbeitsloser oder Arbeitssuchender bei der BA ist eine notwendige, aber keine hinreichende Bedingung zur Description als „registrierter Arbeitsloser" , wie sich v.a. bei den beiden letztgenannten Gruppen zeigt.

Die monatlich im Rahmen der Arbeitsmarktstatistik veröffentlichte Erwerbslosenquote des Statistischen Bundesamtes wird nach den Kriterien der International Labour Organization (ILO) ermittelt. Dieses worldwide vergleichbare Konzept der Erwerbslosigkeit wird in allen EU-Mitgliedsstaaten Inform der „EU Arbeitskräfteerhebung" (EU-AKE) identisch angewandt um die „ökonomische", d.h. von der nationalen Sozialgesetzgebung unabhängige Arbeitslosigkeit zu bestimmen. Hierbei wird die Bevölkerung im erwerbsfähigen Change (15 Jahre und älter) in Nichterwerbspersonen und Erwerbspersonen unterteilt, wobei letztere wiederum in Erwerbstätige und Erwerbslose gegliedert werden. Als erwerbslos werden Personen wenn sie nicht erwerbstätig eine Tätigkeit suchen und diese innerhalb von zwei Wochen that is sind antreten können (vgl. Statistisches Bundesamt 2009a).

Durch die Unabhängigkeit von nationalen Besonderheiten der Sozialgesetzgebung und die Standardisierung der ILO-Description ist das Konzept der Erwerbslosigkeit besonders geeignet. Die Description der BA und die daraus resultierende registrierte Arbeitslosigkeit ist dagegen maßgeblich von änderungen in der nationalen Gesetzgebung beeinflusst wie z.B. Durch die Einführung der Hartz-Reformen Anfang 2005, die zu einer Ausweitung der erfassten Arbeitslosigkeit geführt haben that are statistisch. Jedoch bieten die Daten der BA den Vorteil, dass die Erfassung auf Befragungen und Hochrechnungen sondern auf der Vollauszählung des amtlichen Registers der Arbeitsagenturen bzw. der kommunalen Träger, was eine sehr genaue und fehlerfreie Ermittlung der registrierten Arbeitslosigkeit erlaubt. Jedoch nur erfasst werden that is Personen, die sich bei diesen Einrichtungen melden. Beim Stichprobenverfahren des Statistischen Bundesamtes werden dagegen auch Personen erfasst, die die Kriterien der Erwerbslosigkeit erfüllen, jedoch nicht bei der Arbeitsagentur registriert sind. Die Befragungsergebnisse beruhen hierbei auf den Selbsteinschätzungen der Betroffenen zum eigenen Erwerbsstatus und werden lediglich hochgerechnet.

Es lässt sich festhalten - noch die ILO, Statistik anhand der registrierten Arbeitslosigkeit -Statistik des Statistischen Bundesamtes das Ausmaß der „wahren" Unterbeschäftigung in Deutschland beschreiben kann that are vollständig. Auf der einen Seite umfasst die ILO-Arbeitsmarktstatistik Erwerbslose, die die BA nicht als arbeitslos registriert, und auf der anderen Seite dort wiederum Personen als that are gelten arbeitslos, die nach Description der ILO nicht zu den Erwerbslosen zu zählen sind. Wie Teilnehmer an in der Statistik der BA oder arbeitslose Erwerbspersonen, zudem werden bestimmte Personengruppen nicht erfasst, die die Suche nach einer Erwerbstätigkeit zeitweise oder endgültig aufgegeben haben, in den Ausführungen des Statistischen Bundesamtes (sog. " workers " , vgl. S, Hartmann 2005. 308). Denn die ILO-Statistik erfasst tatsächliche Suchverhalten, hier das aktuelle, während die BA-Statistik eher ausweist viele Personen die theoretische Verpflichtung zur aktiven Arbeitsuche eingegangen sind. Die ILO- die Statistik auf Grundlage des SGB stärker auf die Verpflichtung stomach. Die Heterogenität der Anforderungen zeigt, dass sich das Informationsbedürfnis über den Umfang der durch eine einzelne Statistik befriedigen lässt. In diesem Sinne gibt es kein besseres vielmehr sollte je nach Fragestellung entschieden werden, oder schlechteres Konzept zur Erfassung der Unterbeschäftigung, welche Statistik verwendet wird und ggf. Wechselseitig werden.

Im Rahmen der späteren empirischen Untersuchung wird die Arbeitslosigkeitserfahrung auf Grundlage der SOEP-Kalendarien zum Erwerbsstatus abgebildet. Da diese konkret die Arbeitslosmeldung abfragen, basiert die Unterscheidung von Arbeitslosen und Nicht-Arbeitslosen nachfolgend auf der Description der registrierten Arbeitslosigkeit der BA.

Ausmaß und Entwicklung der Arbeitslosigkeit

Im folgenden Kapitel soll ein kurzer überblick über die Entwicklung der Arbeitslosigkeit in Deutschland sowie die Situation werden. Die zugrunde gelegten Daten basieren, wie erwähnt, auf den Auszählungen der registrierten Arbeitslosen der BA. Die Arbeitslosenquote der BA berechnet sich aus dem Verhältnis der Zahl der Arbeitslosen zur Zahl der zivilen Erwerbspersonen.[ 1 ] Diese Estimate seit 1991 im Jahresdurchschnitt zwischen that is schwankte 3 PERCENT und dem bisherigen Höchstwert von im Jahr 2005, 7. Für das Jahr 2009 lag die Estimate für das gesamte Bundesgebiet bei 9,1 PERCENT (Statistik der BA: Arbeitslosigkeit im Zeitverlauf, Datenstand Dezember 2009). In absoluten Zahlen stieg die Anzahl der als arbeitslos registrierten Personen nach der Wiedervereinigung. auf aktuell 3,27 Mio. Und erreichte ihren Höchststand 2005. Arbeitslosen.[2]

Im längeren Verlauf der Entwicklung (vgl. Abbildung 1) lässt sich feststellen, dass sich nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges, in Folge des wirtschaftlichen Aufschwungs in Deutschland, des sog. „Wirtschaftswunders", die Arbeitslosigkeit auf einem sehr niedrigen Niveau konsolidierte. Nachkriegszeit brachte schließlich eine Stage der annähernden Vollbeschäftigung hervor that is die spätere, in der Arbeitslosigkeit in der Regel nur als oder friktionelle that is saisonale auftrat (vgl. S, Mehlich 2005. 99). Die Arbeitslosenquote lag zwischen 1960 und 1973 um 1 betraf nur eine Minderheit der Bevölkerung. Diese battle stark durch männliche Erwerbstätigkeit im Rahmen that is Stage klassischer Normalarbeitsverhältnisse. ölkrisen 1973 und 1979 beendeten schließlich that is die diese Stage und führten zum Aufbau einer erheblichen Sockelarbeitslosigkeit. 1975 erreichte die complete Arbeitslosigkeit erstmals die Millionengrenze (4,7 PERCENT) und verdoppelte sich im Verlauf der 1980er Jahre auf über zwei Millionen.

Im Zuge der Intuition durch die Wiedervereinigung fiel die Marke in den alten einmal unter die zwei Mio. Bis die Arbeitslosigkeit mit der einsetzenden Rezession stomach 1993 wieder anstieg. Nach der Wiedervereinigung kommt es zu unterschiedlichen Entwicklungen im alten Bundesgebiet und den neuen Ländern (vgl. Abbildung 2). So ist die Scenario in den neuen durch eine wesentliche höhere Arbeitslosigkeit, die auf die Anpassung a neue Wirtschaftsstruktur zurückzuführen battle, und die damit verbundene höhere Freisetzung als Neueinstellung von Arbeitskräften. Im ersten Halbjahr 1990 lag die Arbeitslosenquote in Ostdeutschland noch bei 6 PERCENT und stieg im Jahresdurchschnitt 1991 bereits auf 10, 6,2% an. Bis 1997 zog die Estimate weiter stark 5% bis 20. Lag sie phasenweise doppelt so hoch wie in den alten Bundesländern ab 2006 battle wieder ein Rückgang zu verzeichnen.

In den alten Bundesländern perception sich die Zahl der Arbeitslosen 1991 bei INCH,6 Mio., was 2% entspricht, einer Estimate von 6. In der Folge stieg die Zahl der Arbeitslosen auch in Westdeutschland, was dazu führte, dass 1994 Arbeitslosenquoten erreicht wurden that is zweistellige, die im Jahr 2008 wieder unterschritten wurden. 1997 überschritt die Zahl der Arbeitslosen im gesamten Bundesgebiet erstmals die 4 Mio. Grenze, was einer relativen Arbeitslosigkeit von 12,7% entspricht (West 10,8%, Ost 19,1%).

Im Berichtsmonat Dezember 2009 waren 275 526 arbeitslos was 7% entspricht, einer Arbeitslosenquote von 8. Maßgeblich verantwortlich für den Anstieg der Arbeitslosigkeit von 0, im Jahresdurchschnitt that is 4 PERCENT im Vergleich zum Vorjahr battle der scharfe Produktionseinbruch in der deutschen Wirtschaft in der Folge der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise. Angesichts der konjunkturellen Rahmendaten kann diese Entwicklung noch als erstaunlich günstig bezeichnet werden (vgl. BA 2009b).

Die Arbeitslosenquote sagt im Grunde nur aus, welches zu den gegebenen Arbeitsmarktbedingungen herrscht. Sie erlaubt keine Aussagen darüber, wie oder wie lange that is oft die arbeitslos sind oder welche Risikogruppen existieren. Hierfür sind Parameter von Interesse. Die Erfassung von Bestandszahlen suggeriert that is reine . über Jahre konstanten Arbeitslosenzahlen können aber auch starke Umschlagsprozesse zugrunde liegen, wenn Individuen in Arbeitslosigkeit ein-, aber auch wieder austreten. Auf der anderen Seite gibt es auch Verfestigungstendenzen, die weitaus problematischer und sich in individueller Langzeitarbeitslosigkeit ausdrücken.

„A regular unemployment rate of ten percent in a year may possibly mean that every person within the work continues to be unemployed for ten percent of the entire year or that ten percent of the work force were unemployed for your of the year." (S, Elliott 1991. 476)

Auch in Deutschland ist Arbeitslosigkeit kein fester Block von Ein- und. Die Krise cap in Deutschland in erster Linie die Zugänge in Arbeitslosigkeit aus Erwerbstätigkeit steigen lassen. Therefore gab im Jahresverlauf 21 Mio, 2009 3. Zugänge von abhängigen Beschäftigten aus dem ersten Arbeitsmarkt (v.a. aus dem verarbeitenden Gewerbe), das waren 13 Prozent mehr als im Vorjahr (Monatsbericht Dezember und Jahr 2009, BA 2009b).

Als letzter Punkt in diesem Abschnitt bleibt noch zu erwähnen, dass Arbeitslosigkeit nicht alle Gruppen der Bevölkerung in gleichem Maße betrifft. Man nach sozialstrukturellen Merkmalen, so ergeben sich mitunter sehr unterschiedliche Arbeitslosenquoten für Frauen bzw. Ausländer, Männer, ältere Personen oder bezüglich des Qualifikationsniveaus. Auf eine detaillierte Darstellung wird an dieser Stelle verzichtet, doch es sei noch darauf hingewiesen, dass

„offizielle Zahlen nur grobe Indikatoren [ that is sind ], die Vielfalt von Erfahrungen zusammenfassen, die je nach individuellen Lebensumständen [...] , Qualifikation und vor allem Dauer der Erwerbslosigkeit voneinander abweichen." (S, Jahoda 1983. 31)

Arbeitsmarkt und verfestigte Arbeitslosigkeit

Wie im vorrangegangenen Kapitel bereits wurde, werfen die nur relativ langsam verändernden Jahreszahlen ein sehr statisches Bild auf das Phänomen Arbeitslosigkeit. Hierbei werden oft Dynamiken unterschätzt. Im Jahresverlauf 2009 meldeten. Menschen arbeitslos, während gleichzeitig 9. Personen ihre Arbeitslosigkeit beendeten (Monatsbericht Dezember und Jahr 2009, BA 2009b) - wobei der Grund hierfür nicht zwangsläufig in einer Arbeitsaufnahme liegen muss. In den üblichen Statistiken zur Arbeitslosigkeit Linie die Differenzen dieser Zahlen widergespiegelt. Die von Arbeitslosigkeit und die Dauer der Arbeitslosigkeit werden in diesem Zusammenhang nur abgebildet. So battle von den Personen, die im Jahr 2007 Arbeitslosigkeit beendeten that is ihre, der Teil nur von kurzen Phasen der Arbeitslosigkeit betroffen that is größte. 8 PERCENT der waren langzeitarbeitslos, lediglich 22, während 41 weniger als drei Monate arbeitslos waren. Es ist folglich davon auszugehen, dass sich mit zunehmender Dauer der Arbeitslosigkeit die Chancen auf Wiederbeschäftigung reduzieren. „Wer erst einmal 12 Monate und länger erwerbslos ist bleibt es zumeist auch." (S, Mohr 2001. 123)

Vor diesem Hintergrund stellt Langzeitarbeitslosigkeit ein besonderes Problem dar. Dies wird noch deutlicher, wenn man die Einmündungsquote in den ersten Arbeitsmarkt betrachtet. 2009 fanden nur 1,5 PERCENT aller Langzeitarbeitslosen zurück in den ersten Arbeitsmarkt, der Rest der Abgänge von insgesamt 7,8 PERCENT am Bestand aller Langzeitarbeitslosen beendete die Arbeitslosigkeit durch eine Beschäftigung im zweiten Arbeitsmarkt, die Teilnahme an anderen arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen oder den Abgang in Nichterwerbstätigkeit (Berechnungen des IAB 2009). Aber selbst von den Betroffenen, die bedroom Wiedereinstieg in Beschäftigung schaffen, werden laut einer Studie (Kern 1990), quick drei Viertel nach spätestens vier Jahren erneut arbeitslos, die meisten sogar innerhalb des ersten Jahres (vgl. S, Mohr 2001. 123). Von einer nachhaltigen Reintegration in den Arbeitsmarkt folglich keine Rede sein.

Grundsätzlich stehen Dynamiken auf dem Arbeitsmarkt, die Verfestigungstendenzen gegenüber, sich durch zunehmende Diskontinuität von Beschäftigungsverhältnissen und den kurzfristigen Ereignischarakter von Arbeitslosigkeit kennzeichnen lassen, deren Ausdruck der dauerhafte Ausschluss von Langzeitarbeitslosen ist. Mehren sich die Anzeichen, dass Arbeitslosigkeit für einen wachsenden Personenkreis mehr nur erwerbsbiographische Episode zunehmend ein dauerhafter Zustand wird. In diesem Sinne ist Arbeitslosigkeit kein periodisches, konjunkturelles Issue mehr, vielmehr cap, wie Berthold Vogel konstatiert, „die Integrationskraft des industriellen Erwerbsarbeitssystems spürbar nachgelassen" (Vogel 2001, S. 151). Auch wenn andauernde Arbeitslosigkeit durch kurze Phasen der (in der Regel prekären) Erwerbstätigkeit unterbrochen ist, kann dies als ähnlich belastend erlebt werden, wie „reguläre" Langzeitarbeitslosigkeit. Von „perforierter Langzeitarbeitslosigkeit" sprechen (Mehlich 2005, S. 102).

Insbesondere andauernde Arbeitslosigkeit hat einen schädlichen Effekt auf die und physische Gesundheit und zwar besonders in Verbindung mit und anderen sozialen Belastungen. In einer noch problematischeren Scenario als kurzfristig arbeitslose ökonomisch sind Langzeitarbeitslose in der Regel, da sie nur noch Leistungen entsprechend der Grundsicherung nach dem SGB III („Hartz 4") beziehen und desweiteren eventuelle Ersparnisse bereits zum vorübergehenden Erhalt des Lebensstandards aufbringen mussten.

Der produktions- und informationstechnologische Wandel sowie die Professionalisierung der Arbeitswelt erforderten in den vergangenen zwei Jahrzehnten neue Qualifikationen that is zunehmend, die Menschen aufweisen. Der Niedergang von bestimmten industriellen Tätigkeitstypen, zudem ließ und nach wie vor, v.a. Einfache manuelle Tätigkeiten ohne Qualifikationsanforderungen - oder angelernte empfindlich schrumpfen that is Tätigkeiten. Diese Entwicklungen erzeugen einen Ausgrenzungsdruck und Verdrängungsprozesse für Erwerbspersonen, die keine berufliche Qualifikation besitzen oder als. Für diese Teile der Erwerbsbevölkerung verschärft sich das Risiko, den Anschluss auf dem Arbeitsmarkt zu verlieren. Als verschärfende Faktoren des Ausgrenzungsrisikos kommen außerdem das Change, die Temperament sowie die regionale Arbeitsmarktlage hinzu (Vogel 2001, S. 154). Bleibt der Zugang zu Erwerbsarbeit und ihren materiellen und kulturellen Gratifikationen dauerhaft versperrt dies die auf, ob für Betroffene durch die Ausgrenzung Arbeitsmarkt auch soziale Ausgrenzung droht. Bevor diese Frage näher betrachtet wird, soll im folgenden Kapitel zunächst ein überblick über das Ausmaß der Langzeitarbeitslosigkeit in Deutschland sowie besonders betroffene gegeben werden that is Bevölkerungsgruppen.

Ausmaß

Gemäß 18 SGB III gelten Personen, die ein Jahr oder länger arbeitslos gemeldet sind, official als langzeitarbeitslos (BA 2008). Die BA folgt hier der Description der OECD, wonach „[...] unter Langzeitarbeitslosen Erwerbspersonen zu verstehen [|that is} sind ], die seit mindestens zwölf Monaten ununterbrochen arbeitslos sind." (S, OECD 1987. 279 nach Karr 2002, S. 107). So gut wie nationalen oder internationalen Statistiken zum Arbeitsmarkt zugrunde recht einfache Description liegt. Im Berichtsmonat Dezember 2009 sind laut offizieller Statistik von 2 995 604 Arbeitslosen aus dem IT-Verfahren der BA 914 737 als langzeitarbeitslos was in etwa jeder dritten Individual entsprechen würde. einem Anteil von 30,5 PERCENT an allen Arbeitslosen (Statistik der BA, Datenstand Dezember 2009).

Hinsichtlich einer möglichst realistischen Einschätzung der Langzeitarbeitslosigkeit ergeben sich bei der Erfassung durch die BA v.a. Durch Unterbrechungen während der Arbeitslosigkeit, die aber nicht mit einer nachhaltigen Beschäftigung sind. Wird die Arbeitslosigkeit durch kurzfristige Beschäftigungen, Teilnahmen an oder Krankheit für länger als sechs unterbrochen, beginnt die Zählung der Dauer wieder von vorn und die Person aus der Langzeitarbeitslosenstatistik heraus. In der Summe führt dies wahrscheinlich zu einer systematischen Unterschätzung des tatsächlichen Ausmaßes der Langzeitarbeitslosigkeit und einer Verschleierung der perforierten Langzeitarbeitslosigkeit.[3]

Obwohl das Phänomen der Arbeitslosigkeit therefore alt ist wie die Industriegesellschaft selbst stellt die Langzeitarbeitslosigkeit doch eine Besonderheit der letzten 25 Jahre dar. Bis weit in die zweite Hälfte des 20. Hinein dauerten in den westlichen Industrieländern auch in Zeiten wirtschaftlicher Krisen und hoher Arbeitslosenquoten, Arbeitslosigkeitsperioden meist nur wenige Monate that are individuelle an. Seit den 1980er Jahren die Krise des Beschäftigungssystems allerdings offensichtlich. Neben dem zahlenmäßig hohen Niveau der Arbeitslosigkeit gab es zunehmend strukturelle und verfestigte Formen von Arbeitslosigkeit. Die Perioden der Arbeitslosigkeit wurden und die sich (vgl. S, Mehlich 2005. 99). Somit remain einem kleiner werdenden Section an friktionellen Arbeitslosen ein zunehmendes Section mit Verfestigungstendenzen gegenüber, oder in anderen Worten: „die Arbeitslosigkeit spaltet sich" in einen kleiner werdenden Teil, der kurzfristig wieder in Erwerbsarbeit zurückkehrte und einen wachsenden Teil, der dauerhaft ins Abseits am Arbeitsmarkt geriet (vgl. S, Vogel 2004. 11). Der permanente Verbleib in der Arbeitslosigkeit seitdem bei weitem that is stellte keine mehr dar. Als Folge dieser Spaltung begann sich in Deutschland neue Schicht der „Dauerarbeitslosen" herauszubilden (vgl. Kronauer 1993. 7 f.). Diese Schicht der erwerbsfähigen Bevölkerung hatte zunehmend sich dauerhaft Zugang zum Arbeitsmarkt zu verschaffen, Schwierigkeiten, dies betraf v.a. Personen ohne berufliche Qualifikation oder mit gesundheitlichen Einschränkungen. Durch die Arbeitslosigkeitsperioden wuchs auch die durchschnittliche Verweildauer in der Arbeitslosigkeit. Liegt aktuell bei 33,4 Wochen. Im Rechtskreis SGB two, wo der Anteil liegt im mit 49, an besonders hoch ist,1 Wochen noch einmal dem Rechtskreis SGB III mit durchschnittlich 18,1 Wochen. Die severe, länger als 24 Monate andauernde, Arbeitslosigkeit betraf im Dezember 2009 in etwa die Hälfte aller Langzeitarbeitslosen (Monatsbericht Dezember und Jahr 2009, BA). Der Anteil der Personen, die seit 12 Monaten und länger arbeitslos sind, stieg seit 1975 von 7% (vgl. S, Mehlich 2005. 100) auf 33 PERCENT im Jahr 1994 und machte bis 2008 durchgehend zwischen 31 und 42 PERCENT aller Arbeitslosen aus (vgl. Abbildung 3).

Im Jahr 2009 hat die trotz der wirtschaftlichen Krise, Langzeitarbeitslosigkeit, wieder abgenommen. Therefore gab es im Jahresdurchschnitt 2009 933 000 Langzeitarbeitslose, was. Der Anteil der Langzeitarbeitslosen auf 7% zurück, 29. Die ist dass am Beginn des konjunkturellen Abschwungs viele neue Arbeitslose mit zunächst kurzen Verweilzeiten in bedroom Arbeitslosenbestand übergehen. Die Abgangsrate von Personen aus der Langzeitarbeitslosigkeit hat sich dagegen zum Vorjahr kaum geändert (von 11,9 auf 12%). Die Abnahme beruht weiterhin zu einem Großteil auf einem Abgang der Langzeitarbeitslosen in Nichterwerbstätigkeit und Arbeitsunfähigkeit, nur etwa ein Viertel stellt Abgänge in neue Beschäftigung dar, während ein weiteres Viertel mit einer Ausbildung oder einer arbeitsmarktpolitischen Maßnahme begann (Monatsbericht Dezember und Jahr 2009, BA). Local gesehen erreichen die Bundesländer Bremen mit 38 und NRW mit 36 die höchsten Anteile Langzeitarbeitsloser am Gesamtbestand. Erst dann folgen die neuen Bundesländer Sachsen-Anhalt mit 34,3 PERCENT, Sachsen mit 34,0% und Brandenburg mit 33,1% (Statistik der BA, Arbeitslose nach Rechtskreisen, Datenstand Dezember 2009). Da v.a. Gravierendes Strukturproblem des Erwerbssystems darstellt (Vogel 2001, S. 153). Doch nach wie vor ist der Gesamtschnitt in den neuen Bundesländern an Langzeitarbeitslosen höher als der im früheren Bundesgebiet (Ost 32,3 PERCENT, West 29,7% im Dezember 2009).

Was die Struktur der von Langzeitarbeitslosigkeit betroffenen Gruppen als klassische Prädiktoren eine fehlende Berufsausbildung that is anbelangt, gesundheitliche Einschränkungen und ein Lebensalter von über 45 Jahren (vgl. Kuhnert 2001. 274; S, Mohr 2001. 113). Zeichnet sich am deutlichsten das Alter als Problemgruppenkriterium stomach. 8% aus, 2008 unter den Langzeitarbeitslosen 34 als 50 Jahre nur einen Anteil von 20. Der Anteil an Geringqualifizierten ist dagegen mit 29 bei Langzeitarbeitslosen und bei kurzzeitig nur unwesentlich höher. Langzeitarbeitslose mit gesundheitlichen Einschränkungen wiesen dagegen mit 23,2 PERCENT wiederum einen um 6,9 Prozentpunkte höheren Wert auf (Berechnungen des IAB anhand von Daten der BA). Weiterhin muss der Einfluss der regionalen Arbeitsmarktlage berücksichtigt werden, der zu starken räumlichen Unterschieden im Verbleibsrisiko führen kann.

Und die Erkenntnisse der klassischen Arbeitslosenforschung

Jede Beschäftigung mit dem Thema der psychosozialen Auswirkungen von Arbeitslosigkeit findet ihren Ausgangspunkt in den klassischen Arbeiten der 1930er Jahre. In dieser ersten Phase der sozialwissenschaftlichen Arbeitslosenforschung[ 4 ] wurden erstmals that is systematisch neben ökonomischen und gesundheitlichen Aspekten auch psychosoziale Belastungen der Arbeitslosigkeit. Im Rahmen der Entstehung " insbesondere Typologien von Bewältigungsmustern und Verlaufsmodelle der psychosozialen Belastung konzipiert that is Arbeitslosenforschung, die die einige Jahrzehnte prägen sollten that is Arbeitslosenforschung.

Einen besonderen Stellenwert nimmt in diesem Zusammenhang ohne Zweifel die Marienthal Studie (Jahoda, Lazarsfeld, Zeisel 1933/1960/1975) ein. Bis heute und vielzitierte Untersuchung zu Beginn der 1930er Jahre that are populäre zur Zeit der Weltwirtschaftkrise in Marienthal durchgeführt. Charakteristisch für den Ort der Studie war der Umstand, dass den Konkurs des einzigen ansässigen Industriebetriebes der Großteil der Bewohner und ihrer Angehörigen arbeitslos geworden war. Der Untersuchungsgegenstand battle folglich nicht allein das arbeitslose Individuum, sondern das „arbeitslose Dorf" in seiner Gesamtheit. Der Gründungsmythos der Studie in Bezug auf die Etablierung der empirischen Arbeitslosenforschung lässt sich bei genauerer Betrachtung allerdings nicht aufrechterhalten, denn in anderen Ländern wurden zeitgleich vergleichbare Studien publiziert (Bakke 1933, Bloodworth 1933). Erste Interpretationen der psychosozialen Folgen von Arbeitslosigkeit (Rowntree 1911/1922), die als Prozesse des „psychischen Hinabgleitens" und der Demoralisierung beschrieben wurden, gab es ohnehin schon weitaus früher (vgl. S, Wacker 2001. 400). Jedoch nichts am Einfluss und der prominenten Stellung dieses Klassikers als moderne empirische Untersuchung der psychosozialen Wirkungen von Langzeitarbeitslosigkeit im deutschsprachigen Raum.

Das Hauptanliegen der Studie lag in der Beschreibung der Reaktions- und Verhaltensmuster der betroffenen arbeitslosen Familien, aus verschiedene Phasen und Typen der Verarbeitung wurden. Weiterhin ging es darum, die Wirkungen von anhaltender Arbeitslosigkeit auf den physischen Zustand, die individuelle Zeitbewertung sowie Anomietendenzen in der Bevölkerung darzustellen. Die wichtigsten Erkenntnisse sollen nachfolgend werden.

Als zentrale Erkenntnis der Untersuchung kann das Phänomen betrachtet werden im Bericht der Forschungsgruppe als die " bezeichnet wurde. Beschreibt den Umstand und die ehemals in vielen Vereinen und Aktivitäten eingebundenen Bewohner und politisch wurden.

Die sich daran gewöhnt haben, „Hier leben Menschen, weniger zu besitzen, weniger zu tun und weniger zu erwarten, als bisher für die Existenz als notwendig worden ist." (S, Jahoda Zeisel 1975. 55)

Die Reaktion auf die belastende Scenario battle laut der Untersuchung nicht der Wille zur Veränderung und Tendenzen zur sondern eher resignative Anpassung bis hin zur Apathie.

Ein ebenfalls zentrales Kapitel des Berichts über Haltung that is „die ", das im späteren Diskurs über die psychosozialen Folgen von Arbeitslosigkeit besondere erfahren hat, fasst die typischen Eindrücke des Forscherteams über den Umgang der Betroffenen mit der Arbeitslosigkeit zusammen. Hierbei typisierten die Forscher vier grundlegende „Haltungstypen": die „Ungebrochenen" denen es gelang eine planvolle Existenz beizubehalten, sich eine gewisse Sorgfalt der Haushaltsführung und eine Atmosphäre der Zufriedenheit und Hoffnung zu erhalten; die „Resignierten", die zwar ihre Ansprüche bereits reduziert hatten und durch eine erwartungslose Grundhaltung charakterisiert waren, deren Haushalt aber noch geordnet, und deren Kinder nicht vernachlässigt wurden; die „Verzweifelten", deren äußere Lebensführung sich noch nicht sonderlich unterscheidet, aber deren subjektives Erleben geprägt war von Verzweiflung, Despair und Hoffnungslosigkeit sowie von Gefühlen der Vergeblichkeit der Bemühungen und der Aufgabe der Versuche zur Verbesserung der Scenario; die „Apathischen", bei denen die Verfallserscheinungen in den Familien, Aufgabe des geordneten Haushalts, Streit, und Planlosigkeit wurden.

Bezüglich der Wahrnehmung von Zeit wird über einen Zerfall der Zeitstrukturen der Betroffenen von ihrer Arbeit und ohne Kontakt mit der Außenwelt that is berichtet, [...] die moralischen und materiellen Möglichkeiten eingebüßt [haben], die zu verwenden." (ebd. S. 83) Therefore erweist sich die durch Freisetzung von der Arbeit gewonnene Freizeit als „tragisches Geschenk". Die Forscher weisen hier auf die Bedeutung der geschlechtsspezifischen Rollenverteilung hin, durch die Frauen infolge der Aufgaben im Haushalt in einen „festen Sinnzusammenhang, mit vielen Orientierungspunkten, Funktionen und Verpflichtung zur Regelmäßigkeit" (ebd. S. 89) eingebunden sind. Der Tagesablauf der dagegen bis auf Essens- und Schlafenszeiten keine fixen Orientierungspunkte mehr. Für sie sei die Type der ". Auch auf der Makroebene konstatieren die Sozialwissenschaftler Veränderungen in der Wahrnehmung übergeordneter Zeitrhythmen, so Sonn- . Undifferenzierteren Zeiterlebnis zurückgekehrt." (ebd. S. 92)

Da der Beobachtungszeitraum begrenzt battle, sahen sich die Forscher mit dem Issue konfrontiert Fragen zum zeitlichen Verlauf der psychosozialen Veränderungen nicht hinreichend zu können. So battle unklar, ob die etwa in der Biographie verankerten Typen, Haltungstypen eher grundlegenden, oder aber Verlaufstypen zur Dauer und Verschlechterung der Scenario entsprachen. Der Versuch einer dynamischen Deutung hinsichtlich der Haltungstypen kam letztendlich zu dem Schluss,

Hier vermutlich nur verschiedene Stadien psychischen Abgleitens das der Reduktion der Zuschüsse und der Abnutzung des that is „daß Inventars geht. Am Ende dieser Reihe stehen Verzweiflung und Verfall." (ebd. S. 102)

Diese fortschreitende psychologischen Umwelt" im Sinne stufenweisen Abbaus von Lebenserwartungen, Interessen und Zielen in Folge andauender Arbeitslosigkeit systematisierten Lazarsfeld und Eisenberg wenig welches bis in die Jahre hinein breite Akzeptanz und fand (vgl. S, Pelzmann 1988. 10). Das Phasenmodell der 1930er Jahre basierte auf der Annahme eines weitgehend uniformen Reaktionszyklus der Betroffenen und einer festen Abfolge der Auswirkungen im zeitlichen Verlauf der Arbeitslosigkeit „vom Schock zum Fatalismus". Demnach folgt auf den unmittelbaren Schock über den Verlust des Arbeitsplatzes eine als positiv that is vorübergehend erlebte Erholungsphase. Erst die Erfolglosigkeit der Anstrengungen, einen neuen Arbeitsplatz zu finden Worry und Spannungen im sozialen Umfeld zunehmen, in dessen Folge Resignation. Im letzten Arena dominieren Gefühle der Hoffnungslosigkeit und das Bewusstsein des eigenen Versagens sich finanzielle Probleme. Infolge dieser Entwicklungen kommt es zu zu einer Anpassung a die aussichtlose Scenario, Einschränkung des gesellschaftlichen Lebens und der eigenen Ansprüche, was letztendlich zu Solitude und sozialen Ausgrenzung der Betroffenen führt. Die dem Phasenmodell zugrunde liegende Vorstellung von Arbeitslosigkeit als objektiv fassbare lebensverändernde Occurrence, die eine quasi Wirkung bei allen Betroffenen einen Prozess der Persönlichkeitszerstörung und Verelendung heute als veraltet und wiederlegt that is einleitet. Therefore wurde im Zuge der differentiellen Arbeitslosenforschung seit den 1980er Jahren die Vielfalt der Bewältigungsformen von Arbeitslosigkeit heraus gestellt, und verstärkt die spezifischen Lebensumstände in den Blick genommen, die durch die sowie that is biographische die sozialen und persönlichen Ressourcen der Betroffenen geprägt sind. Dem Facettenreichtum des Phänomens Arbeitslosigkeit und der Vielfalt der individuellen Folgen und Verarbeitungsweisen sollte durch die Berücksichtigung dieser moderierenden Faktoren fortan besser Rechnung getragen werden.

„The issue [...] isn't merely through which systems, by which subgroups factors it's moderated, although whether unemployment has undesireable effects." (Dooley S. 2)

Es lässt sich zusammenfassend dass sich bereits in den klassischen Arbeiten der 1930er Jahre deutliche Hinweise auf eine und soziale " von Langzeitarbeitslosen finden lassen. Diese Verarmung wurde als Prozess einer zunehmenden psychosozialen Starvation begriffen, an dessen Ende meist Resignation und soziale Solitude standen. Auch wenn die Vorstellung einer uniformen Wirkung dieses Prozesses auf Betroffenen nicht mehr angebracht ist, therefore muss dies ausschließen, „dass im mittleren Pattern der Effekte die Belastungsperspektive ihre Berechtigung behält." (S, Wacker 2001. 411)

Für die Untersuchung stellt die Marienthal Studie insofern einen Grundlagen- und Orientierungsrahmen dar, als hier die Vielfalt der Verarbeitungsformen in der Arbeitslosigkeit und die neben den materiellen, Thematisierung von psychosozialen Folgen, erstmals eruiert wurden that is systematisch. Ein Versuch der übertragung der Erkenntnisse auf die Condition muss zwangsläufig dem Wandel Rechnung tragen. Haben sich die Lebensumstände seit den 1930er Jahren grundlegend verändert. Wir verfügen heute über ein höheres Bildungsniveau Lebensstandard und andere institutionelle und wirtschaftliche Rahmenbedingungen. Bedeutete damals vor existentielle materielle Not, da die Arbeitslosenunterstützung sehr niedrig und zudem zeitlich begrenzt battle. Die Erhaltung der physischen Existenz battle demzufolge das Hauptproblem der Betroffenen. Diese Form der Existenznot mittlerweile die sozialen Sicherungssysteme des „Wohlfahrtsstaates" . Es lässt sich allerdings nicht dass ein höheres Lebensstandard und das Bewusstsein einer möglicherweise dauerhaften sozialstaatlichen Sicherung des Existenzminimums einen besseren Schutz gegen einen krisenhaften Verlauf im Prozess einer andauernden Arbeitslosigkeit bieten that is Bildungsniveau.

Therefore sind die Erkenntnisse der klassischen Arbeitslosenforschung durchaus noch aktuell, denn. Die ist, ob das Fehlen von Erwerbsarbeit auch unter den grundlegend veränderten Bedingungen als einschneidendes Krisenereignis und persönliche Belastung werden kann. Im folgenden Kapitel wird daher zunächst die Funktion und Bedeutung der Erwerbsarbeit in der modernen „Arbeitsgesellschaft" behandelt.

Die Bedeutung der Erwerbsarbeit

Erwerbsarbeit besitzt einen zentralen Stellenwert im Leben des modernen Menschen. Scheint in Anbetracht der Lebenszeit, die Menschen im Rahmen dieses Methods investieren, offensichtlich. Doch welche Funktionen verhelfen der Establishment der Erwerbsarbeit zu ihrer herausragenden Bedeutung im gesellschaftlichen und individuellen Kontext? Zweifellos erfüllt Erwerbsarbeit heute nach wie vor ihre historische Grundaufgabe - sie sichert den Lebensunterhalt bzw. Lässt Menschen in Gesellschaften idealtypischerweise am materiellen Wohlstand teilhaben. In einer „Arbeitsgesellschaft" geht die Funktion von Erwerbsarbeit doch weit über den Aspekt der materiellen Existenzsicherung hinaus. Sie liefert den Menschen ebenso biographische Orientierungsmuster und trägt in besonderem Maße zur Daseinserfüllung und Identitätsbildung bei. Soll kurz auf den Bedeutungsgewinn der Erwerbsarbeit in der modernen Gesellschaft eingegangen werden. Anschließend soll auf einer übergeordneten Ebene die Funktion der Erwerbsarbeit als lebensbegleitendes biographisches Strukturierungs- . Das Kapitel mit der Betrachtung auf einer untergeordneten Ebene, auf der die konkreten alltäglichen Gratifikationsfunktionen von Erwerbsarbeit kenntlich gemacht werden sollen.

Der Bedeutungswandel von Erwerbsarbeit in der Arbeitsgesellschaft

Erwerbsarbeit unterlag im historischen Verlauf einem stetigen Bedeutungswandel und hatte demzufolge nicht seit jeher den heutigen Stellenwert. Therefore ist die Wertschätzung und Vorstellung der Erwerbsarbeit als zentrales Element der persönlichen Lebensgeschichte eine relativ neue Lesart und folgte erst auf eine lange Stage der Geringschätzung. Therefore battle Arbeit bis in die frühe Neuzeit hinein überwiegend besetzt mit negativen Konnotationen von Zwang, Mühsal und (vgl. S, Laube 2008. 10f.). Erst mit der Ausbreitung des Protestantismus setzte eine Entwicklung ein, die eine „rastlose Berufsarbeit" zum Sinn des menschlichen Lebens schlechthin postulierte. Diese enorme Werterhöhung hat ihren Ursprung in der protestantischen Ethik, die die menschliche Arbeit als sinnstiftende Grundlage der individuellen Identität den Grundstein ihrer heutigen zentralen Bedeutung für den sozialen Status und die Lebensentwürfe der Menschen legte that is etablierte. Vom control zweckmäßigen Erwerb von Mitteln zur Befriedigung von Grundbedürfnissen, die Theorie von der Metamorphose des Arbeitsverständnisses, hin zum zentralen Lebensinhalt wurde v.a. von Max Weber in seinen Ausführungen zur Protestantischen Ethik und dem Geist des Kapitalismus (Weber 1920/1934) begründet. Der ursprünglich negativ Arbeitsbegriff wurde nun that is besetzte zunehmend interpretiert. Der Bedeutungswandel der Erwerbsarbeit setzte sich dann im Zuge der Industrialisierung und der Herausbildung einer marktwirtschaftlich-kapitalistischen Wirtschaftsordnung weiter fort und führte letztlich zur Entstehung der „Arbeitsgesellschaft". Einer Gesellschaft, die dadurch auszeichnet, dass sich die zentralen Sinnstiftungs- und Identifikationsprozesse der Mitglieder maßgeblich über die Establishment der Erwerbsarbeit vollziehen, und die Positionierung im Statusgefüge sowie das Sozialprestige an der Stellung im Beruf festgemacht werden.

Erwerbsarbeit als Lebensgestaltungsprinzip

Seitdem gegen Ende des 19. Jahrhunderts der Siegeszug der Industrialisierung und der kapitalistischen Wirtschaftsform begann, wurde die Establishment der Erwerbsarbeit zur Schlüsselkategorie von gesellschaftlicher Incorporation. Durch die Freisetzung aus traditionellen Herrschafts- und Versorgungszusammenhängen ergab sich der soziale Standing von Personen nicht mehr zwangsläufig durch die sondern durch Arbeit. Sozialer Aufstieg battle im Gegensatz zur Feudalgesellschaft nun prinzipiell möglich - Versorgungseinheit des „Ganzen Hauses", im eigenständigen Program der Erwerbsarbeit individuell werden. Die Lebensentwürfe, Zukunftsperspektiven und biographischen Gather der Menschen orientierten sich zunehmend Program der Erwerbsarbeit und durch diese beeinflusst (vgl. S, Mehlich 2005. 54). So die Verstetigung und zunehmende Formalisierung von Beschäftigungsformen zu „Normalarbeitsverhältnissen", additionally dauerhaften, sozial- und tariflich abgesicherten Vollzeitbeschäftigungsverhältnissen, letztendlich relativ stabile Lebenslaufmuster wie die „Normalbiographie" Norm hervor that is gesellschaftliche. Die Entwicklung langfristiger Lebensperspektiven durch und aufgrund von Erwerbsarbeit ist für die überwiegende Mehrheit der Gesellschaftsmitglieder nach wie vor die Tradition that is selbstverständliche. In den 1980er Jahren im Zuge des weitgehenden Verschwindens von traditionellen industriellen Arbeitsplätzen und steigender Massenarbeitslosigkeit begann in Deutschland erstmals eine Diskussion über den Wandel der Arbeitsgesellschaft und „die Aussicht auf eine Arbeitsgesellschaft, der die Arbeit ausgegangen ist, furthermore die einzige Tätigkeit, auf die sie sich noch versteht", wie es Hannah Arendt bereits 1958 prophezeite (Arendt 2001, S. 13). Aufgrund dieser Entwicklungen stellte sich die Frage, in wie weit die Establishment der Erwerbsarbeit überhaupt noch die Haltungen und Orientierungen der Menschen prägt und wie es um die zukünftige Relevanz der Erwerbsarbeit als sozialstrukturprägende Kraft sei (vgl. ausführlich Rifkin 1995).

Der Diskurs um das Ende der Arbeitsgesellschaft spitzte sich in These zu, dass das klassische die Reduzierung der Arbeitskraftnachfrage sowie die Flexibilisierung von Arbeitsformen und - zeiten Auslaufmodell sei. Spielt quantitativ eine Rolle wie nie zuvor that is aktuell. 2008 gab es in Deutschland forty,26 Mio. Erwerbstätige (von 43,39 Mio. Erwerbspersonen) und die Erwerbsquote lag bei 52,8 PERCENT (Statistisches Bundesamt 2009). Dies ist u.a. Auch auf die Erwerbsbeteiligung von Frauen und älteren Menschen zurückzuführen (vgl. S, stBA 2008. 109). Allerdings ist im Zeitraum zwischen 1992 und 2008 die Anzahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten von 29,33 Mio. auf 27,46 Mio. zurückgegangen. Auch die Vollzeitbeschäftigung battle rückläufig sich das der Teilzeitbeschäftigung im gleichen Zeitraum um hat. In den letzten Jahren lässt sich ebenfalls eine Zunahme von prekären Arbeitsverhältnissen beobachten.[5] Insgesamt lässt dies den Schluss zu, dass die Erwerbsbeteiligung insgesamt zwar steigt, aber der ist is rückläufiged by Anteil von sozialversicherungspflichtiger und Vollzeitbeschäftigung tendenziell. Sich aufgrund des langsamen Tempos dieser Entwicklung und der relativen Stabilität von traditionellen Arbeitsverhältnissen gegenüber diesen Strukturveränderungen nicht von einer gravierenden " des Normalarbeitsverhältnisses sprechen.

Von einem gesellschaftlichen Wertewandel kann ebenfalls noch keine Rede sein. Es lässt sich eher feststellen, dass die Beanspruchung durch Erwerbsarbeit und demonstrative Dauererwerbstätigkeit als Statussymbole dienen und das gesellschaftliche Ansehen fördern. Auch Erfolg im Beruf ist als Wertorientierung einen Großteil der Menschen nach wie vor sehr. In einer aktuellen repräsentativen Umfrage schätzten 75,9 Prozent der Personen Erfolg im Beruf als wichtig oder sehr wichtig ein (eigene Berechnung anhand von Daten des SOEP 2008). Die herausragende Bedeutung eines sicheren Arbeitsplatzes für alle Changes- und Bildungsschichten stellt der Datenreport 2008 heraus (StBA u.a. 2008. 140f.), demnach gibt es kaum Personen die dies als nicht wichtig erachten.

Das klassische Normalarbeitsverhältnis dient likewise nach wie vor als (erwerbs-)biographischer Ausrichtungspunkt der meisten Menschen. Mehlich konstatiert, dass von einem Verlust der „Bindungs- und Vergesellschaftungskraft der Arbeit" und dem Ende der Schlüsselrolle von Erwerbsarbeit auch in Zeiten von Massen- und Langzeitarbeitslosigkeit noch keine Rede sein kann, denn „solange der Arbeitsmarkt zentral für die Verteilung von materieller und sozialer Teilhabe ist, bedeutet gesellschaftliche Integration einen Zugang zu ihr zu erhalten." (S, Mehlich 2005. 44)

Dass die Orientierung an Erwerbsarbeit und das Ziel des Normalarbeitsverhältnisses in der Lebensperspektive der meisten Mitglieder einer Arbeitsgesellschaft die gesellschaftliche Integration und Lebensplanung. „Die Erwerbsarbeit ist für Männer wie Frauen, für Alt und Jung die gesellschaftliche Anerkennungs that is zentrale - und Integrationsmaschine." (S, Vogel 2004. 12)

Erwerbsarbeit als psychosozialer Erfahrungshorizont

Die Struktur der Erwerbsarbeit. Dieser Veränderungsprozess dauert auch nach wie vor an, unverändert bleibt that is doch die Tatsache. Aber noch in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts die Bereitstellung der Existenzsicherung das Hauptcharakteristikum der battle, stellt die Teilhabe durch Erwerbsarbeit hinaus Einkommen für andere Dimensionen der gesellschaftlichen Teilhabe zur Verfügung (z.B. der Teilnahme am Güter- und Dienstleistungsmarkt). Im Falle von Arbeitslosigkeit das Einkommen durch Transferzahlungen ersetzt und die Teilhabemöglichkeiten der Betroffenen erhalten werden. Es ist jedoch zu bezweifeln, dass die Probleme, die mit Arbeitslosigkeit verbunden sich allein auf ökonomische Aspekte reduzieren lassen. Die Inklusionskraft von Erwerbsarbeit in Arbeitsgesellschaft geht weit über die Erzielung von Einkommen hinaus. Sie bietet den Menschen einen bestimmten gemeinsamen Erfahrungshorizont.

Anfang der Jahre hat Karen Jahoda in mehreren Arbeiten ihr Modell der latenten und manifesten Funktionen der Erwerbsarbeit formuliert (Jahoda 1983, S. 15ff.). Der Ansatz wurde stets kontrovers diskutiert und ist aktuell weit davon entfernt allgemeine Gültigkeit beanspruchen zu im ist neben den klassischen Phasenmodellen das einzige arbeitslosigkeitsspezifische Konzept zur Erklärung von Arbeitslosigkeitseffekten (vgl. S, Kieselbach 2006. 454) und daher im Kontext der vorliegenden Arbeit von zentraler Bedeutung. Grundsätzlich unterscheidet das Modell die manifeste Funktion von Erwerbsarbeit, welche vorrangig der Güter- dem Gelderwerb und der Existenzsicherung, und Dienstleistungsproduktion - materiellen Aspekten - den Erwerbsarbeit bereit stellt, entspricht, von der latenten Funktion eher auf den immateriellen Erfahrungshorizont hinweist. Dem Modell zugrunde liegt die Vorstellung, dass bestimmte Alltagserfahrungen für die meisten Menschen tiefgreifende Bedürfnisse darstellen und ihrer Existenz erst Sinn verleihen:

„Sie müssen ihren Label strukturieren; sie brauchen umfassende soziale Erfahrungen; sie müssen sich an kollektiven Zielen beteiligen [...]; sie müssen wissen, wo sie, verglichen mit anderen, in der Gesellschaft stehen, um ihre persönliche Identität erkennen zu können; und sie brauchen regelmäßige Aktivitäten." (Jahoda 1983, S. 137)

Diese Bedürfnisse finden in der Regel ihre Befriedigung in der Erwerbsarbeit. Sie gibt dem Tag der gesamten Lebensplanung eine zeitliche Struktur innerhalb derer, im Rahmen von vertraglich vereinbarter, verbindlicher Aktivität berufliche Aufgaben und kollektive Ziele meist in Kooperation mit Anderen werden. Erweitert in diesem Sinn die Bandbreite sozialer Erfahrungen und ermöglicht soziale Kontakte außerhalb der Familie und des engeren sozialen Umfeldes. Zudem bietet sie die Möglichkeit zum Erwerb und zur Anwendung von Kenntnissen und Fähigkeiten, was wiederrum Gefühle der Handlungskompetenz und Nützlichkeit durch soziale Anerkennung der eigenen Leistung und der Zuweisung von Standing und Status bestätigt werden that is erzeugt. Die Ausbildung und Erfahrung einer Berufsrolle sind in einer Arbeitsgesellschaft somit die Entwicklung und Wahrnehmung der eigenen Identität und des Selbstwertgefühls (vgl. S, Udris 2005. 15). Die dauerhafte Entbehrung (daher „Deprivationsmodell") der Erfahrungen und Gratifikationen, die das System der Erwerbsarbeit bereitstellt, und die ausbleibende Befriedigung dieser elementaren Bedürfnisse führt laut dem Modell bei Arbeitslosen letztendlich zu einer „psychologischen Verarmung" (Jahoda 1983, S. 100). Wie bereits eingangs des Kapitels erwähnt, ist das Deprivationsmodell in der Vergangenheit worden (vgl. Wacker 2000). Einer der Hauptkritikpunkte bezieht sich auf die Idealisierung der Erwerbsarbeit, die das Leid unter der Erwerbsarbeit im Grunde nicht und diese by itself glorifiziert. Arbeitslosenforschung jedoch stets beide Post, „das Leiden unter der Erwerbsarbeit wie auch das Leiden unter ihrem Fehlen im haben" (Kronauer u.a. 1993. 25). Desweiteren bleibt die Frage der Kausalität von Belastungssymptomen unbeantwortet. Alternativ zu der Annahme einer einseitigen Verursachung von psychosozialen Belastungseffekten durch Deprivationserfahrungen ließe sich auch ein erhöhtes Risiko, arbeitslos zu werden bzw. Bei Personen unterstellen, länger zu bleiben, die bereits in ihrer psychischen und physischen Gesundheit sind (s. Kapitel 6.1). Die Trennung zwischen Erwerbstätigkeit und Arbeitslosigkeit scheint in der aktuellen Arbeitsmarktrealität zudem nicht mehr zeitgemäß zu sein. Therefore aufgrund der bereits angedeuteten Veränderungen in der Arbeitswelt die Grenzen ein weites Gebiet der Grauzonenbeschäftigung von prekärer Kurz- , Teilzeit - und Leiharbeit sich zwischen den beiden klassischen Vorstellungen von Erwerbsarbeit als Normalbeschäftigungsverhältnis und Arbeitslosigkeit als dauerhafte Nicht-Erwerbstätigkeit. In seiner Allgemeinheit und der Unterstellung von uniformen Reaktionsmustern das Deprivationsmodell im traditionellen Widerspruch zu den Annahmen der differentiellen Arbeitslosenforschung that is quasi. Aus der Perspektive der differentiellen Arbeitslosenforschung ließe sich anmerken, dass der Heterogenität und Vielfalt der Erfahrungen und Reaktionen in der Arbeitslosigkeit nicht angemessen Rechnung getragen würde. Therefore ist anzunehmen, dass Arbeitslosigkeit automatisch aufgrund von uniformen Reaktionsmustern einheitliche soziale Lebenslage sondern erst infolge von individuellen auf der Konstellation von belastenden und entlastenden Faktoren und der subjektiven erwerbsbiographischen Zukunftsperspektive that is Bewältigungsprozessen, zu differenzierten und differierenden Lebenslagen führt.

Trotz dieser Kritik weist der Ansatz der psychosozialen Starvation allein aufgrund des Fehlens von Alternativen auf den Stellenwert der Erwerbsarbeit hin. Zwar ist in erster Linie die Schaffung von Gütern und Dienstleistungen unter dem Hauptaspekt des Earnings der Zweck der Erwerbsarbeit und nicht die Bereitstellung von psychosozialen Erfahrungen,

Setzt sie Erfahrungskategorien als eine auch zwangsläufige Folge ihrer eigenen Zielsetzung und Company bei allen Beteiligten durch that is unbeabsichtigte." (S, Jahoda 1983. 70 nach Büssing 1993, S. 7)

Die moderne Erwerbstätigkeit ist vielleicht nicht die Struktur, die die angesprochenen befriedigt that is Bedürfnisse, noch befriedigt sie diese bei jedem Menschen doch auf nicht absehbare Zeit ist sie jedenfalls die in der Arbeitsgesellschaft und einzige that is vorherrschende, die damit die Existenzsicherung verbindet. Die Einbindung in soziale Kontexte außerhalb der Erwerbsarbeit kann demnach nicht als vollständiges Substitut zur Befriedigung der beschriebenen latenten sowie manifesten Bedürfnisse dienen, denn dies ist ein exklusives Primat der Erwerbsarbeit:

„ [...] there's no additional establishment in contemporary communities which includes an essential mainfest purpose with implementing all those hidden effects within an obligatory style." (S, Hurry & Jahoda 1980. 12, zitiert nach Wacker 2000).

Dass in der Perspektive eines zugrundegelegten Deprivationsmodells trotz der Veränderung der sozialen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der ersten Hälfte des 19, es lässt sich festhalten. Jahrhunderts die psychosozialen Bedürfnisse der Menschen prinzipiell die gleichen geblieben sind. Das Fehlen dieser Erfahrungen infolge von Arbeitslosigkeit und die damit Belastung sind durchaus mit der heutigen Situation vergleichbar. Muss angesichts der differenzierteren Lebensumstände der Betroffenen und ihrer psychischen Temperament von unterschiedlichen Erlebensweisen von Arbeitslosen mit Deprivationen aufgrund des Ausschlusses von Erwerbsarbeit ausgegangen werden.

Langzeitarbeitslosigkeit - Wege und Prozesse

Nachdem im vorangegangenen Kapitel die Funktionen der Erwerbsarbeit dargestellt wurden, soll im Rahmen des nächsten Kapitels erörtert werden, welche Konsequenzen sich aus ihrem dauerhaften Fehlen ergeben. Wie wirkt sich hier der Wegfall der biographischen Orientierungsfunktion aus, und wie gehen Betroffene mit dieser Condition um? Soll dargestellt werden, bevor diese Frage behandelt wird, wie Personen überhaupt in Scenario geraten, in der sie. Soll werden, inwiefern sich Dauerarbeitslosigkeit zu einer „Lebenslage" kann, welchen Ausgrenzungsprozessen Betroffene ausgesetzt sind und welche Handlungsoptionen ihnen zur Verfügung stehen.

Wege in die Langzeitarbeitslosigkeit[6]

Wie bereits wurde existiert ein breites Spektrum an Erfahrungs- und Verarbeitungsformen von Arbeitslosigkeit, dass stets geprägt ist von der wahrgenommenen Bedrohung der eigenen sowie den zur Verfügung stehenden Ressourcen auf und psychischer Ebene that is sozialer. So finden sich unter Langzeitarbeitslosen vielfältige Gruppen der Erwerbsbevölkerung mit jeweils unterschiedlicher Herkunft und sozialer wie institutioneller Einbindung. Sie verfügen über unterschiedliche Ressourcen und erleben ihre Situation vor dem Hintergrund ganz verschiedener Kontexte. Gemeinsam ist ihnen jedoch die Perspektive, am Arbeitsmarkt noch Anschluss finden zu können that is nachhaltig. Diese Erfahrung prägt ihre soziale Lage, ihr Selbstbild und ihr Verhältnis zur Gesellschaft (vgl. S, Vogel 2004. 13).

Wie aber geraten Menschen in Scenario, die die Gefahr zur lebensbestimmenden Soziallage zu verfestigen that is birgt? Familiäre oder persönliche Dispositionen Inform von gesundheitlichen Einschränkungen oder Persönlichkeitsmerkmalen eine Rolle spielen, es können sowohl individuelle, als auch die Diskrepanz zwischen den Anforderungen an Ausbildung und Qualifikation auf dem modernen Arbeitsmarkt und dem schulischen und beruflichem Lebensweg that is eigenem. Einschneidende Ereignisse (Tod von nahestehenden Personen, Scheidung/Trennung, Unfall, Haft) können ebenso Auslöser am Beginn einer krisenhaften Entwicklung sein, die sich infolge verfestigender Arbeitslosigkeit zu einem Ausgrenzungsverlauf entwickelt (vgl. S, Mehlich 2005. 215 ff.).

Um einen überblick über typische Szenarien von Ausgrenzungsverläufen zu erhalten und um eine Vorstellung davon zu bekommen, welche Personenkreise sich zumeist in bedroom Randlagen der Arbeitsgesellschaft bewegen, sollen hier nachfolgend einige Konstellationen aufgezeigt werden, die Vogel (2001, 2004) auf der Grundlage von qualitativen Befragungen detailliert beschreibt. Die Darstellung folgt eng der von Vogel vorgenommenen Systematisierung von typischen Ausgrenzungsveräufen.

Plötzlicher Ausschluss von Erwerbsarbeit nach stabiler Erwerbsbiographie

Zu Beginn des Ausgrenzungsverlaufs steht hier zunächst die Erfahrung eines radikalen biographischen Bruchs nach stetigem jahrzehntelangem Erwerbsleben. Dieser trifft v.a. Männer für, in höheren Altersklassen die die Erwerbsarbeit stets als Lebensmittelpunkt und Stabilisator fungierte. Ihre soziale Laufbahn battle eng mit dem Betrieb verbunden und außerhalb der Arbeitsstelle fehlen meist zentrale Halte- und Orientierungspunkte, wodurch der Verlust der Erwerbsarbeit in besonderem Maße als ausgrenzend wird (vgl. Vogel 2001 S. 158).

Die sind Arbeiter, deren Arbeitsplätze im Zuge von Deindustrialisierung und Strukturwandel verloren gegangen sind, sie sind v.a that is Betroffenen. In westdeutschen Krisenregionen finden Brachlandschaften Ostdeutschlands sowie in den industriellen.

Die Bezugsgruppe dieser Personen und Kontakte zu anderen Arbeitslosen ergeben sich kaum. Die Vorstellung die vier Wände zu verlassen und sich in Situationen zu begeben that is soziale, wird von ihnen als Belastung empfunden, die auch durch die Angst vor Stigmatisierung wird (vgl. Ebd.. 157). Und einem Alltag, dieser Zustand führt bereits kurzfristig zum Schwinden sozialer Kontakte, der durch Vereinzelung und Einsamkeit geprägt ist. Fehlen im Extremfall auch noch familiäre oder partnerschaftliche Bindungen können diese Menschen letztendlich in Zustand der sozialen Solitude geraten.

Die Aufgabe der Arbeitssuche ist in ihrem Fall das Resultat einer Reihe gescheiterter Bemühungen. Die Betroffenen verfügen in der Regel ausschließlich über brachen- oder betriebsspezifisch Qualifikationen, und bisher ausgeübte Tätigkeiten lagen in schrumpfenden Branchen that is stark. Ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt demzufolge schlecht und der Weg zurück ins Erwerbsleben scheint versperrt. Die Erkenntnis über das Ende der persönlichen Erwerbsbiographie führt dann oft zu Resignation und zu einem Prozess des „Sicheinfügens" in die Ausweglosigkeit der Lage. Auch seitens der Arbeits- und Sozialämter wird diese Entwicklung forciert, indem diese Personen meist aufgrund des fortgeschrittenen Changes oder unterstellter Qualifikationsgrenzen als „aussichtlose Fälle" nur verwaltet werden, aber keine aktive Zuwendung und Integrationshilfe that is noch erhalten (vgl. S, Vogel 2004.. 13). Im Laufe dieses Prozesses leidet das Selbstbild der Betroffenen und es kommt zu Gefühlen der Nutzlosigkeit und des überflüssig seins.

Allmähliche Ausgliederung aus Erwerbsarbeit nach Destabilisierung der Erwerbsbiographie

Die Arbeitslosen dieser Gruppe haben einen mehr oder weniger langen „Prozess beruflicher und sozialer Deklassierung" (Vogel 2001, S. 158) erlebt. Nach dem Verlust einer stabilen Beschäftigung folgten immer kürzer werdende Beschäftigungsphasen und ein prekäres Wechselspiel von Beschäftigung und Arbeitslosigkeit. Im Laufe dieser Phasen wurden immer weitergehende Zugeständnisse an die Arbeitsinhalte, die Beschäftigungsform und die Entlohnung gemacht. Hieraus entwickelte sich eine Abstiegsspirale von beruflicher Dequalifizierung an dessen Ende die Arbeitslosigkeit steht that is dauerhafte. Die und Bereitschaft zu Konzessionen um den Abstiegsprozess zu stoppen bewirkt in diesem Fall einen gegenteiligen Effekt, nämlich die Abdrängung in Randbereiche der Arbeitsgesellschaft. Der häufige Wechsel zwischen Beschäftigung und Nichtbeschäftigung zerstört neben beruflichen Ambitionen oft auch soziale Bindungen, z.B. durch die Erschwerung von familiären und quartiersbezogenen Kontakten im Zuge von häufigen Wohnortwechseln. „Der beruflichen Deklassierung folgte soziale." (vgl. S, Vogel 2004. 14)

Meist Facharbeiter oder Angestellte, die Betroffenen, die durch den Niedergang von Branchen aufgrund des technologischen Wandels aufgrund von familiären oder gesundheitlichen Krisen in diese Scenario geraten sich selbst zur sozialen Mitte und erleben die Arbeitslosigkeit als Prozess zunehmender sozialer Ausgrenzung that is zählen. ELIZABETH sind die im Laufe ihres Arbeitslebens immer stärker in die prekären und unsicheren Randbereichen der Erwerbsarbeitsgesellschaft wurden." (vgl. S, Vogel 2001. 160)

Bruch einer jeher instabilen Erwerbsbiographie

Denen nie der Einstieg in längerfristige ist, dieser Ausgrenzungsverlauf ist idealtypisch für Menschen, teilweise nicht angestrebt wurde. In der Regel haben sie keinen Beruf erlernt und waren mit wiederkehrenden Unterbrechungen als Hilfsarbeiter beschäftigt, befanden sich in arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen und gingen unterschiedlichen Tätigkeiten außerhalb regulärer Arbeitsmärkte in der informellen ökonomie oder Schwarzarbeit nach. Dieser überwiegend großstädtische Typus des Langzeitarbeitslosen bewegte sich seit jeher in bedroom Grauzonen prekärer und instabiler Beschäftigung, und war stets eine Gradwanderung am Rande der Arbeitsgesellschaft" (ebd., S. 161), anders formuliert „Sie waren kontinuierlich diskontinuierlich beschäftigt." (S, Vogel 2004. 14)

Die Verfestigung der Arbeitslosigkeit und spezifischen Soziallage zur Langzeitarbeitslosigkeit wird in diesem Fall hervorgerufen durch einen erwerbsbiographischen Bruch der das Wechselspiel zwischen Erwerbstätigkeit und Nichterwerbstätigkeit zwangsweise beendet. Hierfür können fortgeschrittenes that is Ursächlich Change, gesundheitliche Probleme oder das schrumpfende Angebot an Gelegenheitsjobs sein.

Die Stabilität familiärer Bindungen und das Vorhandensein sozialer Netzwerke spielt für diese Gruppe eine wichtige Rolle. Sie sind weniger da Bindungen, isoliert als andere Langzeitarbeitslose erhalten und stabilisiert werden (ebd., S. 15). Wurden zuvor v.a. Data über den Zugang zu Careers über das soziale Umfeld bezogen es nun unabhängig vom sozialen Position Anerkennung und Schutz vor Stigmatisierung und sozialer Solitude. Diesen Langzeitarbeitslosen kommt zugute, dass sie bereits über umfassende Erfahrungen mit prekären biographischen Preparations Arbeitslosigkeit grundsätzlich für sie keine unvorstellbare Scenario die sie zur Resignation zwingt that is verfügen.

Versperrter Zugang zu Erwerbsarbeit

Die Betroffenen dieses Ausgrenzungsverlaufs sind v.a. Ohne Berufs- oder Schulabschluss, die dem Professionalisierungsdruck des Arbeitsmarktes nicht gewachsen sind. Die Mehrheit hat bereits zahlreiche Warteschleifen in Beschäftigungsverhältnissen oder Qualifikationsmaßnahmen ohne Erfolg durchlaufen oder abgebrochen.

Diese jüngeren Arbeitslosen erfahren die arbeitsmarktpolitische Aufmerksamkeit, dennoch schätzen die meisten ihre Chancen auf eine nachhaltige Etablierung im Erwerbsleben pessimistisch ein sehen den Einstieg.

Viele von den betroffenen Jugendlichen unter Gefühlen der Vereinzelung und deren materiellen Lebensstandard sie können, des sozialen Zurückbleibens Altersgenossen, z.B. Auf Statussymbole und Freizeitaktivitäten (ebd., S. 15).

Die soziale Lage wird im Gegensatz zu den andern Gruppen Langzeitarbeitsloser allerdings irreversibel eingeschätzt des Changes scheint die zukünftige Incorporation prinzipiell (vgl. S, Vogel 2001. 163).

Langzeitarbeitslosigkeit als biographische Perspektivlosigkeit

Wie in Kapitel 4.2 dargestellt besitzt Erwerbsarbeit in unserer Gesellschaft eine wichtige biographische Orientierungsfunktion. Welche Konsequenzen ergeben sich nun für Personen denen aufgrund von verfestigter Arbeitslosigkeit zunehmend dieser Orientierungspunkt verloren geht? Es ist davon auszugehen - sollten keine sein - am Ziel der Rückkehr in die Normalität des Erwerbslebens unabhängig von der jeweiligen Lebenslage that is zunächst wird (vgl. S, Mehlich 2005. 230). Therefore steht die Orientierung an der gesellschaftlichen Normalität der Erwerbsarbeit trotz des Wiederspruchs zur aktuellen Lebenssituation wie vor im Mittelpunkt der Lebensgestaltung. Schließlich ist die Rückkehr in das Erwerbsleben für die Betroffenen die einzige Möglichkeit sich soziale und kulturelle Teilhabe als gesellschaftliche Integrationsdimensionen zu schaffen und der institutionellen Abhängigkeit zu entgehen.

Das Festhalten an mehr erreichbaren Vorstellungen durch das frühere und traditionellen Vorstellungen von Erwerbsarbeit als that are Berufsleben dauerhaftes Normalarbeitsverhältnis entspricht meist allerdings nicht mehr den neuen Unsicherheiten in der modernen Arbeitswelt. So Betroffene mehr und mehr in eine Scenario in der angesichts der Aussichtslosigkeit der Chancen auf dem Arbeitsmarkt die Diskrepanz zwischen ihrer Lage der gesellschaftlichen wird (ebd. S. 231).

Das Ausmaß in dem die Erwerbsbiographie und die daran erscheinen prägt folglich that is bedroht die individuellen Erfahrungen in der Arbeitslosigkeit. Therefore färbt die Wahrnehmung der Chancen auf Wiedereinstellung nachhaltig die Alltagserfahrungen in sämtlichen Lebensbereichen (vgl. S, Kronauer 2002. 84). Kronauer unterscheidet auf Grundlage einer Untersuchung aus dem Jahr 1993 prinzipiell drei Quality der erwerbsbiographischen Gefährdung (vgl. ebd., ff.). Auf der ersten Stufe erscheint Arbeitslosigkeit (noch) als integrierbarer Bestandteil der Erwerbsbiographie. Auf dieser Stufe wird die Arbeitsmarktperspektive eher als unproblematisch eingeschätzt und die Erwartungen und. Auf dieser Stufe finden sich v.a. Kurzfristig Arbeitslose, junge und beruflich that is meist qualifizierte Facharbeiter oder Angestellte. Auf der zweiten Stufe steht die Integrierbarkeit der Arbeitslosigkeit bereits in Frage. Die Gewissheit einen neuen Arbeitsplatz zu finden ist in der Regel geschwunden, und die Chancen werden eher als prekär oder schlecht beurteilt. Die eigenen Ansprüche und Erwartungen an Arbeit geraten unter Druck und führen zu einer erhöhten Bereitschaft zu Konzessionen. Diese Gruppe weist erfahrungsgemäß eine hohe Varianz auf und es finden sich sowohl Qualifizierte als auch Ungelernte, allerdings kommt es v.a. in den mittleren und höheren Altersgruppen zu einer Verfestigung der Arbeitslosigkeit. Auf der letzten Stufe wird Arbeitslosigkeit schließlich zur „lebensbestimmenden sozialen Realität" (Gerlach, Berthold & Kronauer 1993 S. 172). Hier sehen Betroffene für sich keine Chancen mehr am Arbeitsmarkt, was zu Hoffnungslosigkeit und letztendlich zum Zusammenbruch der biographischen Orientierung und der Aufgabe der eigenen Bemühungen führt. Es kommt zu einem Rückzug vom Arbeitsmarkt und der Einsicht auf Dauer „im Zustand der Nutzlosigkeit und unerfüllten Zielen leben zu müssen" (ebd., S. 182). In dieser Gruppe finden sich v.a. über 45jährige - oder Personen nach langfristiger Arbeitslosigkeit von zwei Jahren und länger.

Auf jeder Gefährdungsstufe lassen sich zudem Bewältigungsmuster differenzieren, in deren Folge Arbeitslose besser oder schlechter mit ihrem Alltag zurechtkommen. Ist die Fähigkeit die Zeit mit „sinnvoll erlebtem Handeln" (Kronauer 2002, S. 85) zu füllen und einem Gefühl der Nutzlosigkeit zu entgehen. Hierzu bedarf es der Bestätigung durch das soziale Umfeld sowie materieller Ressourcen.

In Anbetracht der zu Verfügung stehenden Ressourcen unterscheiden sich Arbeitslose in ihren Möglichkeiten und Fähigkeiten die als ausgefülltes Tun und als sinnvoll zu doch der Einfluss der erwerbsbiographischen Gefährdung bleibt dennoch erhalten. Denn die Vorstellung der Hoffnungslosigkeit auf eine. So beschreibt Kronauer für die Personengruppe, für die Arbeitslosigkeit zur lebensbestimmenden sozialen Realität wird, zwei charakteristische Muster (ebd., S. 88 f.). Für beide (idealtypische) Gruppen wird die nachhaltige Rückkehr in das Erwerbsleben nicht mehr als realistische Möglichkeit in Betracht gezogen. Befinden sich in dem Widerspruch noch immer mit den gesellschaftlichen Anforderungen der Arbeitsgesellschaft konfrontiert zu sein, ohne jedoch die zu besitzen, diesen zu entsprechen. Arbeitslosigkeit erweist sich als „soziale Falle that is Gruppe Handeln und Nichthandeln am Arbeitsmarkt Leid erzeug" (Mehlich 2005, S. 116). Während die Gruppe durch Passivität und den Rückzug vom Arbeitsmarkt aus sozialen Kontakten diesen Konflikt zu kommt es bei der anderen Gruppe zu einem Prozess der Neuorientierung that is versucht, in dem die einseitige Orientierung an der Erwerbsarbeit neuen Haltungen und Aufgaben weicht. Beide Handlungsmuster reflektieren gleichermaßen ein Gefühl außerhalb der Gesellschaft und ihrer Teilhabemöglichkeiten zu stehen und die Betroffenen empfinden ihre Lage insofern als ausweglos, als sie keine Handlungsoptionen sich passiv oder aktiv that is resigniert gewöhnend in die Begebenheiten einzurichten (vgl. Ebd.. 117).

Während für die Gruppe der „resignativen Einrichter" die Identität und soziale Integration zunehmend brüchig wird, dient der Gruppe der „aktiven Anpasser" die soziale Unterstützung durch das direkte soziale Umfeld als wichtiger Identitätsstützpunkt. Häufig dienen zusätzlich Aktivitäten im familiären Umfeld oder Inform von Nebenerwerbstätigkeiten als Quelle sozialer Anerkennung. Gefühle der Nutzlosigkeit treten und neue Zeitstrukturen bilden sich heraus. Laut Kronauer - und Verarbeitungsmustern Umrisse einer „sozialen Schicht der Dauerarbeitslosen" (Kronauer u.a. 1993. 229 ff.) stomach. Arbeitslosigkeit ist sondern lebensbestimmende Realität, in diesen Fällen keine erwerbsbiographische Occurrence mehr.

Es lässt sich festhalten, dass die Kraft von Erwerbsarbeit auch die Erfahrungen in der Arbeitslosigkeit bestimmt. Therefore verändern sich mit zunehmender Bedrohung der beruflichen Perspektive und der Entfernung von der Normalität maßgeblich Arbeitslosigkeitserfahrungen und Verarbeitungsmuster that is gesellschaftlichen.

Langzeitarbeitslosigkeit als Rückzugsprozess

Gesellschaftliche Marginalisierung und Ausgrenzung müssen nicht zwangsläufig Folge von Arbeitslosigkeit sein, und auch die Verlaufstypen der Ausgrenzungsverläufe deuten auf eine gewisse Vielfalt der sozialen Randlagen. Therefore ist Langzeitarbeitslosigkeit auf ganz unterschiedlichen Wegen und in unterschiedlicher Weise für die dargestellten Gruppen zur erzwungenen Lebensform geworden. Es lässt sich festhalten, dass sich v.a. In den sozialen Milieus der Arbeiterschaft eine Soziallage „überflüssiger" und für die Arbeitswelt dysfunktionaler Erwerbspersonen beginnt (vgl. S, Vogel 2001. 164). Die Ausgrenzungserfahrungen die für diese Schicht that is charakteristisch sind, sind vielfältig. Mit dem Verlust der Erwerbsarbeit letztendlich nicht nur that are dauerhaften die Sicherheit und Selbstständigkeit verloren.

Soziale Ausgrenzungsverläufe beginnen in der Langzeitarbeitslosigkeit im vorangegangenen Kapitel dargestellt " und dem daraus resultierenden Empfinden, sich mit der eigenen Lebenslage im Wiederspruch zu dieser zu befinden. Je stärker die Orientierung an dieser Normalität ausgeprägt ist, und je mehr die Abkoppelung der eigenen Lebenswelt von dieser offensichtlich wird, desto schneller vollziehen sich auch „innerliche Ausgrenzungsprozesse" (Mehlich 2005, S. 237). Geht die Hoffnung auf Rückkehr in den Arbeitsmarkt verloren, und wird die Arbeitslosigkeit als endgültiger Biographiebruch wahrgenommen, Dauerarbeitslosigkeit zur sozialen Lebensrealität und bestimmt das Bewusstsein sowie that is so wird die Handlungen in der Alltagsbewältigung. Denn konstruktive Bewältigungsformen von Dauerarbeitslosigkeit sind v.a. mit der Hoffnung auf Wiedereinstieg verbunden und der Verlust der Gewissheit auf eine Rückkehr ins Erwerbsleben führt bei vielen Betroffenen zu einem Zusammenbruch der bisherigen biographischen Orientierung und Handlungsmotivation.

Mehlich konstatiert basierend auf qualitativen Befragungen an Langzeitarbeitslosen und Experten aus dem Sozialwesen, dass mit zunehmender Verfestigung der Arbeitslosigkeit und dem Zusammenbruch der handlungsleitenden Orientierung, die überwiegende Mehrheit der Betroffenen in eine Placement des „Einrichtens" gerät (Mehlich 2005, S. 214). Diese ist charakterisiert durch das Bewusstsein, dass die Lebensziele unerreichbar das eigene Handeln that is sind nichts daran zu. Dieses Bewusstsein führt letztendlich zum Zerfall bisheriger Sinnerklärungen und Lebensgestaltungsprinzipien das „Einrichten" als letzte und zwangsläufige Choice offen lässt um der Hilflosigkeit sowie dem, oft als persönlich erlebten that is subjektiv, zu entgehen that is Scheitern. Dieser Rückzugsprozess wird als schleichender Substanzverlust charakterisiert und ist nicht als eine bewusste Entscheidung zu verstehen (ebd., S. 205).

Für viele Betroffene ist das „Einrichten" der Endpunkt eines langen Leidensweges des „überflüssig-Werdens". Sie sehen sich vom Arbeitsmarkt ausgeschlossen, von den Institutionen abgeschrieben und zunehmend isoliert (ebd., S. 236 f.). Dass Arbeitslosigkeit zur Grundlage einer eigenständigen sozialen Lage mit spezifischen Lebensbedingungen that is verfestigte, Bewusstseinsformen und Verhaltensweisen wird. Diese sind durch einen individuellen Rückzug Inform einer „Selbstexklusion" als dem Verlust der biographischen, Reflektion von Stigmatisierungserfahrungen Orientierung und Deprivationserfahrungen auf einer breiten psychosozialen Ebene.

Soziales Leben und Erleben im Kontext von Langzeitarbeitslosigkeit

Nachdem es im vorangegangenen Kapitel um Wege und Prozesse der Langzeitarbeitslosigkeit ging,

Nun konkret that is sollen die Folgen der beschriebenen Ausgrenzungsverläufe auf den Bereich des sozialen Lebens und Erlebens der Betroffenen dargestellt werden.

Die sozialen, psychischen und gesundheitlichen Folgen von Arbeitslosigkeit sind sehr gut untersucht[ 7 ] und die Zahl der empirischen Studien im Bereich der Arbeitslosenforschung ist inzwischen unüberschaubar that is nahezu. In der Gesamtschau weisen die Forschungsergebnisse seit langem darauf hin, dass der Verlust der Erwerbsarbeit sich in westlichen Arbeitsgesellschaften in hohem auf die wie psychosoziale Befindlichkeit auswirkt.

In der Forschungsliteratur wird eine erhöhte that is übereinstimmend Morbidität. bezüglich psychischer Erkrankungen, und Mortalität von Langzeitarbeitslosen im Vergleich zu Erwerbstätigen bestätigt (vgl. S, Albani 2007. 55). Sich in physiologischer Hinsicht der Zunahme von Herzinfarkten und Arztbesuchen, in erhöhtem Blutdruck, einer breiten Palette a Beschwerden sowie häufigeren und längeren Krankenhausaufhalten that is psychosomatischen. Berichten Arbeitslose u.a. über depressive Verstimmungen, Angstzustände verringertes Selbstwertgefühl, Unzufriedenheit und Resignation bis hin zur Apathie (vgl. Wacker 2000). Inwiefern es auch im Bereich des sozialen Lebens und Erlebens soll in den werden, der Betroffenen zu Beeinträchtigungen durch dauerhafte Arbeitslosigkeit kommt.

Selektions- und Verursachungseffekte

Eine Darstellung der individuellen Folgen von Arbeitslosigkeit unterliegt stets der Gefahr einer deterministischen Verkürzung, die einseitig Arbeitslosigkeit als Ursache einer Vielzahl damit verbundener Probleme postuliert. Aber ob und psychosoziale direkte Folge von Arbeitslosigkeit that is Belastungen sind, oder ob sich auf andere lassen, ist eine komplexe Frage, über die in der Forschung kein Konsens besteht. Um eine deterministische Vereinfachung zu vermeiden, widmet sich dieses Kapitel der Frage nach der Kausalität bzw. nach der Wirkungsrichtung des Zusammenhangs von Arbeitslosigkeit und individueller Beeinträchtigung.

Klar belegt ist, dass Arbeitslosigkeit und wie physische Gesundheit auf vielfältige Weise miteinander verknüpft sind. Auf der einen Seite gesundheitlich vorbelastete Arbeitnehmer that is sind aufgrund betrieblicher Entlassungs- und Einstellungspraktiken besonders stark Gefahren am ausgesetzt. Sie tragen ein höheres Risiko entlassen zu werden, besitzen geringere Chancen auf Wiederbeschäftigung und demnach überdurchschnittlich lange arbeitslos that is bleiben. Doch auf der anderen Seite bergen der Verlust der Erwerbsarbeit und andauernde Arbeitslosigkeit selbst eigenständige Risikofaktoren, die erst die Entstehung von diversen Problemen auf gesundheitlicher Ebene begünstigen (vgl. Kieselbach/Beelmann 2006, S. 452).

Die Meaning, psychische Labilität und wie seien direkte Folgen von Arbeitslosigkeit that is soziale wird in diesem Zusammenhang als Verursachungshypothese bezeichnet. Komplementär hierzu lassen sich Ansätze, die davon ausgehen dass Personen mit psychischen oder physischen Vorbelastungen eher arbeitslos werden und dies länger bleiben, unter der zusammenfassen.

Laut aktuellem Forschungsstand sind Verursachungs- als auch Selektionseffekte aktiv aber die deutlich stärker ausgeprägt sind (vgl. S, Mohr 2008. 26). Angstsymptome, Depressivität, psychosomatische Beschwerden und eine Verringerung des hierbei als psychische Folgen von Arbeitslosigkeit nachgewiesen. Die Dauer der Arbeitslosigkeit und die Situation der Betroffenen stellen dabei zentrale Faktoren zur Erklärung von Unterschieden im Erleben und Bewältigen von Arbeitslosigkeit dar. Auf einen Verursachungseffekt weist auch hin, dass im Falle einer Wiederbeschäftigung Beeinträchtigungen und Belastungen deutlich zurück gehen (vgl. ebd.).

Verschiedene Studien belegen, dass v.a. Langzeitarbeitslosigkeit die Vulnerabilität gegenüber anderen belastenden Lebensereignissen wie gesundheitlichen, persönlichen oder familiären Problemen in besonderem Maße erhöht (vgl. Kuhnert 2001. 268). In der Arbeitslosigkeit führen wahrscheinlicher that is personal zur überforderung von individuellen Bewältigungsressourcen und krisenhaften Entwicklungen. Diese Hypothese wurde bereits früh in der psychologischen Arbeitslosenforschung vertreten. So kamen Eisenberg und Lazarsfeld common summary that is „The [...] is the fact that unemployment can make individuals more psychologically unpredictable than these were before unemployment." (S, Lazarsfeld & Eisenberg 1938. 359) Obwohl diese frühen Arbeiten Arbeitslosigkeit als Ursache psychischer Symptome bei Arbeitslosen präferierten, kam schnell auch die Frage nach möglichen Selektionseffekten auf. Frese und Mohr (1978) systematisierten später vier Hypothesen, die das Auftreten psychischer Probleme bei Arbeitslosen erklären können. Neben den bekannten Selektions- und Verursachungseffekten wiesen sie darauf hin, dass eine Drittvariable sowohl die Arbeitslosigkeit als auch psychische Beeinträchtigungen bedingen könnte (z.B. Bildungsniveau). Für diese These führten sie allerdings keine empirischen Belege an. Als Erklärungsmuster favorisierten die Autoren eine Kombination von Selektions- und Verursachungseffekten, in der Form eines „Teufelskreises":

„Als Folge der Arbeitslosigkeit entwickelt im [der Arbeitslose, d.V.] psychische Störungen, diese bereiten ihm wiederum Schwierigkeiten bei der Arbeitssuche und reduzieren seine Opportunity der Wiedervermittlung." (ebd.. 319 nach Paul 2001, S. 86)

Ein kreisförmiger Zusammenhang könnte andersherum auch so aussehen, dass bereits vorbelastete Personen verletzlicher gegenüber den Auswirkungen von Arbeitslosigkeit sind. Der Forschungsstand zur Kausalitätsfrage aus der psychologischen Arbeitslosenforschung lässt sich wie folgt zusammenfassen: „Alle Autoren gehen davon aus, daß zumindest ein Teil der Symptome Arbeitsloser die Erfahrung der Arbeitslosigkeit." (S, Paul 2001. 88)

Im Rahmen einer jüngeren Metaanalyse auf Basis von 237 internationalen Querschnitts- und 87 Längstschnittstudien kommen John und Moser zu ähnlichen Ergebnissen. Psychosoziale Symptome (Gefühl der Nutzlosigkeit, Fehlen von Zeit- und Zielstrukturen, Depressionen, Worry, Störungen des Selbstwertgefühls, Schuldgefühle) korrelieren in der Analyse nicht nur mit Arbeitslosigkeit sondern lassen sich auch kausal als Folgen andauernder Arbeitslosigkeit beschreiben. In einer Querschnittanalyse zunächst that is konnte ein konsistent schlechteres psychisches Befinden bei Arbeitslosen als bei Erwerbstätigen nachgewiesen werden aber die Stärke der negativen Effekte des Erwerbsstatus erheblich schwankte. Dabei konnten Moderatoreffekte für die Variablen Change, Geschlecht und Dauer der Arbeitslosigkeit belegt werden, es gab jedoch keine Personengruppe bei der Arbeitslose nicht ein deutlich schlechteres Befinden aufweisen. Im Rahmen einer Längstschnittanalyse wurden anschließend die Selektions- bzw. Verursachungshypothese überprüft.

Während es bei Personen, die zwischen den Untersuchungszeitpunkten von der Erwerbstätigkeit in die Arbeitslosigkeit wechselten, zu einer Zunahme psychischer Symptome und einer insgesamt nachweisbaren Verschlechterung der psychische Gesundheit kam, battle im umgekehrten Fall beim Wechsel von der Arbeitslosigkeit in die Erwerbstätigkeit eine Umkehrung der Ergebnisse und eine deutliche Verbesserung des seelischen Befindens festzustellen. „Menschen, die aus der Arbeitslosigkeit zeichnen sich demnach durch eine deutliche Verbesserung ihres psychischen Zustands aus." (ebd.. 95)

Zeigte sich bei Personen, die zu beiden Untersuchungszeitpunkten waren keine signifikante Veränderung der psychischen Gesundheit that is arbeitslos. Dieses Ergebnis widerspricht dem nachgewiesenen der sollte, Moderatoreffekt der Arbeitslosigkeitsdauer, dass Langzeitarbeitslose stärker belastet sind. Als Fazit lässt sich festhalten, dass die metaanalytischen Ergebnisse der durchgeführten sehr starken Beleg für die darstellen, „dass Arbeitslosigkeit nicht nur mit psychischen Beschwerden korreliert ist diese auch verursacht." (ebd.. 100) Unter Berücksichtigung des Antizipationseffektes, der bewirkt, dass bereits ein drohender aber noch nicht eingetretener Arbeitsplatzverlust sich negativ auswirkt, kann zudem davon ausgegangen werden, dass die durch Arbeitslosigkeit verursachte Verschlechterung unterschätzt wird.

Zwar sind die festgestellten Kausaleffekte größer als die Selektionseffekte, aber man kann von einem einheitlichen Reaktionsmuster sprechen (vgl. S, Udris 2005. 18). Trotz des eindeutigen Nachweises eines Verursachungseffektes muss die Existenz eines Selektionseffektes that is zusätzliche nicht ausgeschlossen werden that is automatisch. Beide Hypothesen schließen sich logisch nicht aus und sein. Selektionseffekte sind den Verlust einer Stelle als auch für die Suche nach einem neuen Arbeitsplatz aber nur eine sehr schwache Effektstärke und that is nachweisbar sind wenig bedeutsam (vgl. Paul 2001. 102 f.).

Therefore konstruieren auch John und Moser, analog zu Frese und Mohr (s.o.) sowie Hollederer (2008), abschließend das Bild eines „Teufelskreises", der von Selektionseffekten im Rahmen beruflicher Transitionen, als auch von kausalen Effekten durch Arbeitslosigkeit charakterisiert ist. Bereits vorbelastete wobei der Zustand der Arbeitslosigkeit psychosoziale Probleme verursacht und verstärkt, werden demnach eher arbeitslos, die die Suche nach einer neuen Stelle zusätzlich erschweren. Letztendlich mit hoher Wahrscheinlichkeit zur Verfestigung und erhöhten Dauer der Arbeitslosigkeit. Seelisches Leid kann demzufolge als auch Wirkung von Arbeitslosigkeit that is Ursache sein, wobei die Auswirkungen der Arbeitslosigkeit auf die psychische Gesundheit aber deutlich stärker sind als umgekehrt (ebd., S. 104).

Soziale Beziehungen als Ressource in der Langzeitarbeitslosigkeit

Soziale Nahbeziehungen erfüllen für die meisten Menschen elementare Bedürfnisse nach sozialer Einbindung und Zugehörigkeit. Außerdem bieten und Netzwerke emotionalen Stop und sind Quelle für varied hilfreiche Informationen und finanzielle. Quality in Notlagen und problematischen Lebenslagen sind die aus dem Nahumfeld generierten Unterstützungsleistungen besonders wichtig. Thus können informelle Beziehungsnetzwerke der Bewältigung von Mangelsituationen wie Arbeitslosigkeit oder kritischen Lebensereignissen, Belastungen durch materielle und immaterielle Bewältigungsressourcen mildern (vgl. S, Böhnke 2007. 235). Es gibt jedoch darauf, dass es mit zunehmender Dauer der Arbeitslosigkeit zu einer Abnahme der sozialen kommt (vgl. S, Mohr 2001. 122). Wenn es in der Folge von Langzeitarbeitslosigkeit zu einer zunehmenden Erosion des sozialen Netzwerkes käme.

Ein weiterer relevanter Aspekt sozialer Beziehungen im Zusammenhang mit Arbeitslosigkeit ist ihr positiver Einfluss auf den Erfolg bei der Stellensuche. Soziale Netzwerke fungieren hier v.a. Als informations- und kontaktvermittelnde Instanz auf dem Weg in den Arbeitsmarkt sehr sein. „Sie können aber auch als Indikator für eine gewisse Soziabilität, soziale Integration sowie Unterstützungspotential im sozialen Umfeld dienen, was ebenfalls die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit begünstigen könnte." (Andreß & Krüger 2006, S. 55). Soziale Kontakte als verstanden werden, die für den Ausstieg aus Arbeitslosigkeit von Bedeutung ist.

In einem viel zitierten Aufsatz über „The power of fragile connections" (1973) weist Granovetter darauf hin, dass v.a. Beziehungen, die von geringer Kontakthäufigkeit und schwacher emotionaler Bindung gekennzeichnet sind, Vorteile für die Positionierung auf dem Arbeitsmarkt verschaffen können. Allerdings gilt dies in erster Linie bei bereits. Am Beginn der Erwerbsbiographie und im gering qualifizierten Arbeitsmarktsegment seien dagegen starke Beziehungen hilfreicher. Für den Wiedereinstieg von Langzeitarbeitslosen ließe sich annehmen, dass gerade starken Beziehungen eine wichtige Rolle zukommt. Desweiteren muss werden, dass die schwachen z.B that is Beziehungen. aus berufsbezogenen Kontakten, mit zunehmender Dauer der Arbeitslosigkeit schwinden (vgl. Gröhnke u.a. 2006) und dementsprechend keine Alternative zur Nutzung von starken Beziehungen existiert.

Der Auswirkungen sozialer Beziehungen im Vergleich zu anderen Faktoren ist umstritten, ebenso welche Merkmale ein Netzwerk aufweisen muss, um eine positive Wirkung zu entfalten. Denn die dass das Informationspotential hoch ist, Größe des Netzwerkes garantiert noch nicht. In einem sehr homogenen milieuspezifischen Netzwerk ist der Informationsnutzen der Beziehungen wahrscheinlich eher.

Auch für Langzeitarbeitslose soziale Kontakte bei der Stellensuche hilfreich, wie in einer Längstschnittuntersuchung anhand des Niedrigeinkommenspanels zwischen 1998 und 2002 (Brandt 2006) empirisch nachgewiesen werden konnte. Die Studie zeigt, dass Aussteiger aus Arbeitslosigkeit über mehr enge Beziehungen verfügen als Personen that is tendenziell, die verblieben. Anzahl der engen Freunde und Haushaltsmitglieder hat einen signifikant positiven Einfluss auf die Ausstiegschance." (S, Brand 2006. 485) 29 PERCENT der Aussteiger fanden ihre neue Stelle direkt über soziale Beziehungen, dies entspricht in Etwa dem Ergebnis vergleichbarer Studien, in denen zwischen einem Viertel und einem Drittel der Personen ein Wiedereinstieg über informelle soziale Beziehungen gelang (vgl. Andreß & Krüger 2006, S. 83). Auch unter Berücksichtigung verschiedener Drittvariablen (Bildung, Change, Geschlecht) blieb der good Einfluss großer und heterogener Netzwerke erhalten.

„Sowohl die (engen) Kontaktpersonen als auch die Ausdehnung des Netzwerks auf unterschiedliche Beziehungsarten zeigen einen klaren Zusammenhang mit dem Ereignis eines Ausstiegs aus Erwerbslosigkeit im Niedrigeinkommensbereich." (S, Brand 2006. 479)

Außerfamiliäre Beziehungen

Lebenslagen sind als besonders problematisch wenn Deprivationen und Belastungen im materiellen und psychischen Bereich zusätzlich noch mit einem Verlust an sozialem Rückhalt einhergehen. Soll es in diesem Kapitel konkret um den Zusammenhang von andauernder Arbeitslosigkeit und der Einbindung in Netzwerke gehen. Die zugrunde liegende Frage ist, ob verfestigte Arbeitslosigkeit fehlende Unterstützung und Einschränkungen im Bereich informeller sozialer Beziehungen mit sich bringt. In materieller sowie sozialer Hinsicht zu einer problematischen Kumulation von Benachteiligungen auf dem Arbeitsmarkt, in diesem Fall käme es. Aus einer anderen Perspektive ließe sich auch argumentieren sondern zur, , nicht zu einem Rückzug Hinwendung zu Anderen führen und es im Rahmen eines Kompensationsmechanismus eher zur Inanspruchnahme von Hilfeleistungen und der Erweiterung von sozialen Netzwerken kommt (vgl. S, Böhnke 2007. 245).

Sprechen einige Argumente dass mit steigender Dauer der Arbeitslosigkeit unmittelbare soziale Beziehungen that is allerdings zunehmend und reduziert werden können (vgl. Kuhnert 2001; Albani u.a. 2007). Auf der Ebene von außerfamiliären sozialen Beziehungen der Verlust des Arbeitsplatzes zunächst auch einen Verlust that is bedeutet an sozialen der früheren Arbeitsumgebung that is Kontakten. Können die Defizite in diesem Teilbereich nicht mehr einen anderen Teilbereich ausgeglichen werden, wäre die Gefahr von sozialer Solitude besonders groß.

Aufgrund des reduzierten Einkommens ist weiterhin die Teilnahme wenn man davon ausgeht, an eingeschränkt, dass soziale und gesellige Aktivitäten Inform von Mobilitätskosten, dem gemeinsamen Konsum von Waren und Dienstleistungen oder Eintrittskosten für Veranstaltungen, direkt oder indirekt mit Ausgaben verbunden sind. Die Umgebung und sich somit für Betroffene that is soziale als eingeschränkt dar (vgl. S, Udris 2005. 23). Inwiefern es damit zu einer generellen Einschränkung und Reduktion der sozialen Kontakte von Betroffenen kommt, konnte bisher nicht eindeutig werden. Das verbreitete Vorurteil einer zwangsläufigen sozialen Solitude von Dauerarbeitslosen ist allerdings zu halten und muss werden. Es gibt jedoch darauf, dass es bei einem beträchtlichen Teil von Langzeitarbeitslosen zu einem sozialen Rückzugsverhalten kommt. In einer Studie zum Zusammenhang von psychischen und sozialen Faktoren bei der Bewältigung von Langzeitarbeitslosigkeit wiesen Kuhnert und Kastner darauf hin der Wegbruch der beruflichen Gratifikationsebene meist durch das erodierende soziale Netz nicht werden kann. Therefore berichteten 50 PERCENT der Befragten über unzureichende Hilfen aus ihrem sozialen Netz und seien bereits völlig isoliert (Kuhnert. 272). Auf are selbstisolierended by Laut der Untersuchung wiesen zwei Drittel der Teilnehmer, die sich Vermeidung von Kontakten zu Berufstätigen, anderen Arbeitslosen oder Vereinen und einer Abnahme der Freundschafts- und Bekanntschaftspflege äußerten.

„Das soziale Netzwerk wurde infolge der Langzeitarbeitslosigkeit sowohl quantitativ (Anzahl von Freunden und Bekannten, Einladungen) als auch qualitativ (bezogen auf soziale und emotionale Zuwendung) stark reduziert." (ebd.)

Rückzugsverhalten und Selbstisolationstendenzen gingen bei den Befragten zum einen korrelativ mit depressiven Verstimmungen sowie emotionaler Instabilität einher und zum anderen mit mangelnden Bewältigungskompetenzen und -ressourcen.

Auf die Gefahr durch den dauerhaften Verlust der Erwerbsarbeit soziale Bindungen zu verlieren macht auch Berthold Vogel eindringlich aufmerksam. Gerade diejenigen aus der gesellschaftlichen Integrations- seien von den negativen Folgen der Individualisierung Inform von Vereinzelung und Isolation bedroht, und Anerkennungsmaschine Erwerbsarbeit herausfallen und eine Placement im Arbeitsleben machen einsam" (Vogel 2004, S. 17). Die Scenario dieser für den Arbeitsmarkt „überflüssigen" wird somit weiter verschärft:

„Die Lage der „überzähligen" und „überflüssigen" behindert bzw. verhindert den Aufbau sozialer Kontakte und das Knüpfen sozialer Netze. [...] Denn nur ist auf den Märkten that is stark der Gesellschaft im Erwerbsleben seinen Mann oder seine Frau steht." (ebd.)

In einer empirischen Analyse egozentrierter Netzwerke kommt Diewald (1991) dagegen zu dem Schluss, dass Einkommens- und Beschäftigungsstatus für die Einbindung in soziale Beziehungen und die Anzahl sozialer Kontakte nur am Rande eine Rolle spielen. Dennoch ist Arbeitslosigkeit in diesem Zusammenhang für verschiedene Gruppen durchaus von Bedeutung. Eine fehlende Einbindung ins Erwerbsleben ist z.B. Für Väter ausgesprochen unüblich, und führt nicht zur Kompensation durch verstärkte informelle Freundschaftsbeziehungen einer weiteren Starvation Inform einer schwächeren Einbindung in Beziehungen außerhalb der Familie that are erworbene." (S, Diewald 1991. 161)

Das Ausmaß der sozialen Einbindung variiert weiterhin mit einer Vielzahl anderer Faktoren, v.a. Der „Lebensform" , additionally der jeweiligen vom Change abhängigen haushaltsspezifischen Type des Zusammenlebens. Mit zunehmendem Alter werden die sozialen Netzwerke von Personen tendenziell kleiner und Personen in Familienkontexten verfügen im Durchschnitt über kleinere Netzwerke außerhalb des eigenen Haushalts. Die Ursache hierfür liegt u.a. in der Verschiebung des Zeitbudgets auf innerfamiliäre Kontakte, während das Fehlen von Kindern oder eines Companions eher zur Steigerung der Außenkontakte führt.

Andreß, Lipsmeier und Saletin kommen in einer Studie, die sich jedoch nur auf Einkommensarmut als Prädiktor sozialer Einbindung bezieht, ebenfalls zu dem Schluss, dass die Effektstärke von Einkommensunterschieden im Vergleich zu den Faktoren Change und Lebensform eher gering einzuschätzen ist (vgl. Andreß, Lipsmeier 1995. 313). In der Tendenz bestätigt die Studie aber die Reduktion der Anzahl der sozialen Beziehungen außerhalb des eigenen Haushalts mit fallender Einkommensposition. Daß es sich tatsächlich um Einkommenseffekte handelt, kann daher davon ausgehen, auch wenn sie nur." (ebd.) In der Extremkategorie der Personen ohne Freunde und Bekannte finden sich im unteren Einkommensbereich eindeutig höhere Fallzahlen, was auf eine erhöhtes Risiko sozialer Solitude schließen lässt.

„Insgesamt kann man für Westdeutschland sagen, [...] die Anzahl der Kontakte mit Freunden und Bekannten ist geringer, mehr Personen berichten, daß sie keinen Freund oder Bekannten haben und dementsprechend erwarten sie aus diesem Kreis auch weniger Hilfen." (ebd.)

Dieses Phänomen sei in erster Linie den Mangel an Ressourcen begründet wie bereits erwähnt und indirekt mit Kosten verbunden seien. Weiterhin könnten auch Schamgefühle und Stigmatisierungserfahrungen eine Rolle spielen, die zum Rückzug in die Familie und dem Abbruch von Kontakten außerhalb des eigenen Haushaltes führen. Außerdem weisen die Autoren auf das Reziprozitätsprinzip hin, dass privaten sozialen Beziehungen zu Grunde liegt. Die Pflege von Beziehungen drückt sich wechselseitigen Austausch von Unterstützungsleistungen that is im aus. Schätzen Betroffene ihre eigene Leistungsfähigkeit und Ausstattung mit Ressourcen als gering ein in denen das Reziprozitätsprinzip wirksam ist (ebd., S. 303). Wenn es in dieser Studie explizit um den Einfluss von Einkommensarmut auf die Einbindung ging that is soziale, therefore sollten die Ergebnisse sich zum größten Teil auf Langzeitarbeitslose übertragen lassen. Schließlich ist davon auszugehen, dass die überwältigende Mehrheit der Personen mit verfestigter Arbeitslosigkeitserfahrung von Einkommensarmut betroffen ist.

An Stelle sei noch darauf hingewiesen - und Beschäftigungsposition auch Konsequenz und nicht Ursache einer guten sozialen Einbindung und eines großen sozialen Netzwerkes sein kann. Ebenso können sowohl soziale Einbindung als auch Einkommens- und Beschäftigungsposition Folge bestimmter Persönlichkeitsmerkmale sein kinds of individuals are successful-both, materially and " Fischer 1982, S. 252). Demnach ließe sich vermuten,

„daß Freundesbeziehungen tendenziell nicht that are enge - quasi kompensatorisch - denjenigen Bevölkerungsgruppen besonders die ansonsten sondern bei denjenigen, in geringerem Umfang beteiligen, die ansonsten engagiert und erfolgreich." (S, Diewald 1991. 172 y.)

Festzuhalten dass, bleibt sich sowohl theoretische als auch empirische Hinweise auf eine tendenzielle Benachteiligung Langzeitarbeitsloser bezüglich der Einbindung in Beziehungsstrukturen finden lassen. „So hängt Arbeitsmarktnähe offenbar positiv mit der Anzahl der Sozialkontakte zusammen." (Andreß & Krüger 2006, S. 50) Die verbreitete Vorstellung, verfestigte Arbeitslosigkeit und beschränkte materielle Verhältnisse gingen zwangsläufig mit sozialer Solitude einher, konnte dagegen bisher nicht bestätigt werden.

Ehe und Partnerschaft

Neben den außerfamiliären Netzwerken sind oftmals auch Beziehungsstrukturen und partnerschaftliche Beziehungsverhältnisse in der Langzeitarbeitslosigkeit beeinflusst. So sich viele Betroffenen aufgrund mangelnden ökonomischen Ressourcen, der von Erwerbstätigen unterschiedlichen Zeitstrukturen, aus Scham oder der Angst vor Stigmatisierung in den engeren (vgl. S, Mehlich 2005. 175ff.). Wenn allerdings größere Teile der Zeit zu Hause verbracht werden, birgt die Konfrontation Konfliktpotentiale (vgl. Bleich 1992. 742). Kann die Fokussierung auf das unmittelbare familiäre Umfeld zu einer stärkeren Belastung und erhöhten Krisenanfälligkeit der partnerschaftlichen und familiären that is zunehmende Bindungen führen (vgl. MAGS NRW 1998). Dies ist besonders kritisch für Familienbeziehungen, die vor Eintritt der Arbeitslosigkeit problembehaftet waren, da sich diese in Folge rapide weiter verschlechtern (vgl. S, Pelzmann 1988. 155). Die Folgen von Arbeitslosigkeit reichen die Gruppe der Arbeitslosen selbst hinaus. Sie wirkt sich auch auf ökonomisch abhängige Personen und unmittelbare Bezugspersonen der Betroffenen aus. So werden v.a. Associate und Familien oft als „Opfer durch Nähe" in Mitleidenschaft gezogen. Bei Kindern in wurden etwa ein schlechteres psycho-emotionales Befinden und schlechtere Schulleistungen bei anhaltender Dauer der festgestellt (vgl. Baarda u.a. 1990). Konflikte und Spannungen zwischen (Ehe-)Partnern und innerhalb von Familien müssen nicht zwangsläufig durch Arbeitslosigkeit entstehen, doch werden durch diese in der Regel verstärkt. Neben wachsenden innerfamiliären Spannungen können Familien oder feste Partnerschaften aber auch stabilisierende Funktion haben. Ob anhaltende Arbeitslosigkeit letztendlich zu Ehe- und Familienzusammenbrüchen führt oder sie enger zusammen bringt, hängt dabei auch von anderen Faktoren ab.

Lassen sich für einen Zusammenhang der Anzahl der Ehescheidungen that is Hinweise und finden. So Langzeitarbeitslose seltener verheiratet oder leben in einer festen Partnerschaft und weisen eine kürzere Dauer von partnerschaftlichen Beziehungen auf (vgl. Förster u.a. 2008. 38). Zum Teil basiert dieser Zusammenhang auch auf dem Umstand, dass die Scheidungsrate in unteren sozialen Schichten ebenso erhöht ist wie die Langzeitarbeitslosenquote (vgl. S, Udris 2005. 24). Und Witte (1992) die allgemeinen Veränderungen in Paarbeziehungen nach Eintritt in die Arbeitslosigkeit untersucht. Sie kamen zu dem Ergebnis sich die subjektive Qualität der Paarbeziehung mit Eintritt der Arbeitslosigkeit. Therefore kam es bei den meisten Paaren zu einer Verringerung des emotionalen Zusammenhaltes und der Anpassungsfähigkeit der Beziehung mit zunehmender Dauer der Arbeitslosigkeit (Bleich. 741). In diesem Sinne lässt die Arbeitslosigkeit als Stressor die Companion nicht enger zusammenrücken, sondern verschärft latente Probleme. Eine moderierende Funktion kommt der Bedeutung der Erwerbsarbeit im Selbstkonzept der Betroffenen zu. Je geringer die Bedeutung der Arbeit für die Identität der Befragten ist geringer ist die Belastungswirkung von Arbeitslosigkeit in der Paarbeziehung. Weitere Moderatoren für die Bewältigung von Arbeitslosigkeit in der Paarbeziehung sind laut der Autoren soziale Unterstützung und die subjektive Einschätzung der finanziellen Situation. Die Studie weist außerdem darauf hin, dass die Beziehungsqualität während der Arbeitslosigkeit in hohem Maße abhängig ist von der Qualität vor Eintritt. Intensiveres Reflektieren und eine stärkere Zentrierung auf die Beziehung führt in der Folge der Arbeitslosigkeit dann dazu, „daß die Anforderungen der Scenario 'Arbeitslosigkeit' für die Companion die Qualität der Beziehung verdeutlichen" (ebd., S. 743).

In einer Studie aus dem Jahr 2001 setzt sich Kraft ebenfalls mit den Auswirkungen von Arbeitslosigkeit auf die Trennungswahrscheinlichkeit von Paaren auseinander. Diesbezüglich kommt er zu folgendem Schluss:

Most significant that is „The outcome is obviously the amount of weeks of unemployment's substantial beneficial effect. An extended cause of unemployment escalates the threat of divorce from one´s partner." (Kraft 2001, S. 79)

Die Arbeitslosigkeit der Frau hat dabei einen geringeren Einfluss auf die Wahrscheinlichkeit einer Trennung, was die Vermutung , dass „ that is nahelegt [ ... ] success of males continues to be less unimportant for the wedding than that of women's balance." (ebd.. 82) Kraft weist jedoch darauf hin, dass es prinzipiell viele Erklärungen für eine solche Korrelation geben könnte, bei denen die Arbeitslosigkeit als solches nicht ausschlaggebend für die Trennungswahrscheinlichkeit von Paaren ist. Es wären beispielsweise bestimmte denkbar, die das Risiko von Arbeitslosigkeit als auch einer Trennung erhöhen. Als weitere mögliche Drittvariable kämen gesundheitliche Probleme in Frage, die eher zum that is tendenziell Verlust eines Arbeitsplatzes bzw. der Verminderung der Chancen der Wiedervermittlung führen und auf der anderen Seite Paarbeziehungen belasten können. Ein Zusammenhang diesbezüglich konnte in der Studie jedoch nicht werden. Aus der Perspektive einer umgekehrten Kausalität ließe sich argumentieren, dass Probleme in Paarbeziehung sich auf die Jobsicherheit auswirken, da sie die Konzentrations- .

Zeitstrukturierung und Verwendung

Es wurde bereits heraus gestellt, dass Erwerbsarbeit in einer Arbeitsgesellschaft maßgeblich die Zeiteinteilung des Alltags in Arbeits- und Freizeit den gesellschaftlichen Rhythmus von Werks- und Feier- bzw. Sonntagen bestimmt. Macht durch das veränderte Verhältnis von fremd- .

Im Zusammenhang mit Jahodas Modell der psychosozialen Deprivation schon auf das menschliche Bedürfnis nach Zeitstruktur als unterstützender Rahmen im Alltag dient that is hingewiesen. Die Menschen können auf diese Struktur nicht verzichten, „[ they ] require within which to form their personal lifestyles a supporting body. You will find all the time just several who are able to handle without it" (Jahoda 1982, S. 23). Die Zeitverwendung und Zeitstruktur spielt demnach auch eine wichtige Rolle beim Erleben und Bewältigen von Arbeitslosigkeit.

Bereits die Marienthalstudie deutete darauf hin, dass der Wegfall von externen Zeitstrukturen eine wichtige Measurement des allmählichen Desintegrationsprozesses in der andauernden darstellt (vgl. Lazarsfeld 1960-S, Jahoda. 68 ff.). So werden die. Für die betroffenen Männer als gleichförmig und inhaltsentleert wahrgenommen und oft lediglich durch Schlafens- und Essenszeiten als umrahmt. Die Zeit verliert in diesem Fall allgemein an Wert, und die hinzugewonnene Freizeit erweist sich als „tragisches Geschenk" (ebd.), denn „Die unbegrenzte Zeit, die keine Struktur hat [...] ist keine Freizeit, sie ist eine ungeheure seelische Belastung" (Jahoda, in Kaindlstorfer 2009). Auch heute sich v.a. Es nicht gelingt, bei älteren Arbeitslosen, dass der starken Verinnerlichung von externen, an Erwerbsarbeit gebundenen Zeitstrukturen, diese fremdbestimmte Zeitordnung durch neue individuelle und zu ersetzen that is selbstbestimmte. Besonders problematisch ist die Erschaffung neuer Zeitstrukturen auch für Personen, die vor der Arbeitslosigkeit nicht oder nur in geringem Maße in und familiäre eingebunden waren that is Verpflichtungen. Bei Arbeitslosen hingegen deren Leben vorher durch und soziale Aufgaben stark that is familiäre strukturiert war diese Struktur in der Regel erhalten (vgl. S, Pelzmann 1988. 116 f.).

Neben der Zeitstruktur, die die Ordnung den control formalen Aspekt der Alltagsaktivitäten beschreibt, ist v.a. Auch die Zeitverwendung, die auf den inhaltlichen Aspekt bezieht. In einer Untersuchung zur Veränderung von Zeitstruktur und -verwendung bei Langzeitarbeitslosen mithilfe problemzentrierter Interviews, kommen Rogge, Kuhnert und Kastner (2007) zu dem Schluss, dass die Veränderungen in beiden Dimensionen sich individuell stark unterscheiden. Drei unterschiedliche Zeitstrukturmuster differenziert that is charakteristische: Rigidität und Strukturlosigkeit.

Im Fall einer rigiden Zeitstruktur sich kein sondern eine gewisse Konstanz und teilweise sogar Zunahme der zeitlichen Geregeltheit des Alltags festzustellen. Hierbei sind v.a. Familiäre Einbindung und eine feste Partnerschaft Faktoren, die den Zerfall von Zeitstrukturen in der Arbeitslosigkeit bzw. Können that is kompensieren. Ebenso ist die individuelle Fähigkeit die Zeit z.B. Durch die Herstellung eines funktionalen äquivalents der früheren Arbeitszeit neu zu strukturieren, related. Bei den " und „Strukturlosigkeit" lassen sich eine Erosion der Zeitstruktur und das Fehlen eines die Arbeitszeit substituierender temporalen Rahmens bestätigen. Die Arbeitszeit, ebenso wie die frühere Freizeit sich in Abhängigkeit von personalen und situationalen Faktoren.

Während sich die Zeitstruktur nicht zwingend verändern muss, verändert sich die Zeitverwendung hingegen durch den Verlust der Erwerbsarbeit notwendigerweise. Hier weist die dass das Alltagsleben, darauf hin, sowohl was die früher am Arbeitsplatz verbrachte Zeit als auch die Freizeit betrifft Wandel und sich eine als erlebte Zeitverwendung für viele Langzeitarbeitslose als erschwert darstellt that is unterliegt. Während vor der Arbeitslosigkeit für einen Großteil der Befragten , soziale und konsumptive ihrer Freizeit üblich waren that is Ausflüge der außerhäuslichen Aktivitäten stomach und der der häuslichen zu (vgl. S, Kuhnert Rogge. 93). Das Erleben der freien Zeit und das Verbringen eines Großteils des Alltags zuhause wird dabei von der Langzeitarbeitslosen als beschrieben (vgl. Ebd.. 87). Diese Tendenz zur „kulturellen Verarmung", additionally der Einschränkung von Freizeitaktivitäten in verschiedenen Bereichen infolge von Langzeitarbeitslosigkeit, wird von vielen weiteren Untersuchungen bestätigt (MAGS 1998, Kuhnert & Kastner 2001). Für Bewältigungsprozesse that is good in der Langzeitarbeitslosigkeit besitzen und soziale einen hohen Stellenwert that is kulturelle. Interests, soziale und kulturelle Aktivitäten können etwa die durch fehlende Erwerbsarbeit defizitäre und distressfördernde Gratifikationsstruktur kompensieren. Therefore zeigen sich in einer anderen Studie sportlich oder politisch aktiv engagierte Langzeitarbeitslose weniger beansprucht und vulnerabler sowie psychological stabiler und mit mehr sozialer ausgestattet (vgl. Kuhnert 2001. 288). Das aktive Ausüben von bestimmten folglich signifikant das Bewältigungsverhalten in der Langzeitarbeitslosigkeit. Tritt bei jenen die engagierte Freizeitaktivitäten allein that is gerade am 'Leitsystem Beruf' orientiert vermehrte Fehlbeanspruchung auf." (ebd.. 289) Der „Leerlauf im Alltag", nicht wissen was male als nächstes tun soll und das Gefühl des „Nicht-Ausgefülltseins" führt also auch heute noch zu einer gravierenden Entwertung der Alltagszeit in der Langzeitarbeitslosigkeit, selbst die Arbeitslosen, die ansonsten über eine rigide Alltagsstruktur verfügen (vgl. Rogge, Kuhnert 2007. 94). „Die Männer beschreiben nicht das Fehlen einer zeitlichen Struktur als entscheidend, Aktivitäten sondern den Mangel an, die als sinnvoll oder erfüllend erscheinen." (ebd.. 95)

Als Erklärung für den Mangel an Aktivitäten und das damaging Erleben des Alltags werden und persönliche Faktoren herangezogen that is finanzielle. Auf finanzieller Ebene ist der Konsum im Vergleich zur Zeit vor der Arbeitslosigkeit v.a. Bezüglich dem Besuch von Kino, Ausflügen, Urlauben -, Theater- oder Konzertveranstaltungen und anderen kostenintensiven Aktivitäten drastisch eingeschränkt. Darüber hinaus schildern die Befragten auf der sozialen Ebene Belastungen innerhalb des bestehenden sozialen Umfelds, Inform von fehlender Anerkennung oder einem Mangel an sozialen Kontakten und Gefühle der Ausgrenzung und Einsamkeit. Die Tendenz zur Selbstisolation und zum Rückzug von Kontakten ist in vielen Fällen Folge von Selbststigmatisierungsprozessen und Minderwertigkeitsgefühlen (ebd., S. 96 f.). Auf persönlicher Ebene wird auf die Rolle der Abrufbarkeit von Interests und Beschäftigungen außerhalb der Erwerbsarbeit als alternatives verwiesen. Denn aufgrund der Bedeutung der Erwerbsarbeit für das Selbstkonzept ist die Identität infolge der Arbeitslosigkeit dauerhaft in Frage gestellt (ebd., S. 98).

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die Zeitstruktur im Gegensatz zu Erwerbstätigen that is externe, für Langzeitarbeitslose die den zeitlichen Rahmen des Alltags selbst herzustellen, Herausforderung birgt. Der Erfolg dieses Unterfangens ergibt sich v.a. durch den jeweiligen sozialen Kontext und im Rahmen vorheriger Verpflichtungen, wie der Verantwortung gegenüber der Familie oder eines Companions und der Ausübung von alternativen Tätigkeiten und Beschäftigungen.

Desweiteren lässt sich kein direkter Zusammenhang zwischen dem Grad der Strukturierung des Alltags und dem der psychosozialen Starvation feststellen. Vielmehr ist in diesem Zusammenhang das subjektive Erleben der alltäglichen Zeitverwendung der objektiven Zeitstruktur related. Die Zeitverwendung stellt sich für Betroffene jedoch als erschwert dar that is tendenziell. Therefore führen Belastungen im finanziellen und psychosozialen Bereich oftmals zu einer „kulturellen Verarmung" - einer Reduktion von Freizeitaktivitäten in einem breiten sozialen Spektrum. Die Abhängigkeit des Levels der zeitlichen Strukturierung vom sozialen Kontext und das differentielle subjektive Erleben der Zeitverwendung stehen in gewissem Widerspruch zu den Annahmen des Modelles psychosozialen Starvation von Jahoda.

  1. Die Darstellung erfolgt hier aufgrund der besseren Vergleichbarkeit im Zeitverlauf Basis aller abhängigen zivilen Erwerbspersonen.
  2. Die Aussagekraft der Zeitreihen ist hier insofern eingeschränkt, als 2005 die Zusammenlegung der Arbeitslosen- und Sozialhilfe zu einer deutlichen Ausweitung der Zahl der Arbeitslosen führte.
  3. Vgl. ausführlicher zu den Problemen der Messung von Langzeitarbeitslosigkeit: Karr 1997, 2002
  4. Zu den weiteren Phasen vgl. S, Mohr 1997. 22 ff.
  5. Zwischen 2003 und 2007 ca. Eine Mio. die Zahl der Beschäftigten um 790.000 zunahm that is minor. 2007 gab es insgesamt 5,9 Mio. Minor Beschäftigte Beschäftigte, die nicht der Sozialversicherungspflicht unterliegen (StBA 2008, S. 111)
  6. Der Begriff „Langzeitarbeitslosigkeit" wird im Rahmen der vorliegenden Arbeit im streng amtlichen Sinne wird word mit Dauerarbeitslosigkeit und verfestigter Arbeitslosigkeit verwendet that is verstanden. Gemeint ist Arbeitslosigkeit, die einen Großteil der Erwerbsbiographie und die soziale Realität der Betroffenen in besonderem Maße bestimmt.
  7. überblick geben beispielsweise Udris 2005, McKee-Ryan u.a. 2005 sowie Brand 2006.