Das wohl bestimmende kollektive

1. Einf hrende Worte - uuml Begr&;ndung der Themenwahl

Der Holocaust ist das wohl bestimmende kollektive Upheaval des 20. Jahrhunderts in Europa, somit geht es als zu Thema auch in die Weltliteratur des 20. und 21. Jahrhunderts ein. Heute wird die auml & Verarbeitungsarbeit haupts . Wird hier der Begriff Bew& auml vermieden. Dann wird die Arbeit der berlebenden gemeint, Wenn an Stelle Verarbeitung steht, die durch Erz hlungen gegen die Opportunity der Wiederholbarkeit des Holocausts auml & e;mpfen. Die tats uuml & chliche;berlebenden des Holocausts, die und dritte Generation. Zwei wesentliche Gesichtspunkte müssen herausgehoben werden, wenn man über den Anlass dieser Arbeit spricht:

Einerseits muss man zur Kenntnis nehmen, dass die uuml Heute noch lebende wenige &;berlebenden des Holocausts mehr als sechzig Jahre nach dem Ende des 2. Weltkriegs nicht mehr viel Zeit und Kraft haben ihre Geschichten zu erz auml & hlen und tats;chlich die auml geschehene Gary&;ueltaten zu bezeugen.

Andererseits wurde weder in Frankreich, in österreich, in der Schweiz noch in Ungarn das Thema des Holocausts in der breiten & ouml ausf hrlich ausdiskutiert, in Deutschland.

Ungarn spielt eine spezielle Rolle f r mich in dieser Hinsicht szlig & studiere und wei; wie wenig dieses Thema in auml & bedroom Bildungsst;tten behandelt. Ungarn auch schon als Land des Holocausts" bezeichnet, ouml & das Property battle einer der Hauptorte der Trag;die, die die Menschheit im 20. Jahrhundert erlitt. 500.000 Juden aus Ungarn wurden mit Hilfe des ungarischen Staates in Auschwitz ermordet. Seit einigen Jahren ist in Ungarn das Thema des Holocausts nicht mehr unsichtbar: 2001 von der Regierung der Holocaust- Gedenktag 16. May eingef hrt Tag mit der Ghettoisierung der ungarischen Juden im Oblast- .

Ein Jahr sp ter erhielt eacute & Imre Kert;sz als erster uuml & ungarischer Schriftsteller den Nobelpreis f;r uuml & Literatur f;r bdquo & sein Werk eines Schicksalslosen". 2004 wurde das Holocaustmuseum und Erinnerungsst tte in ouml & Budapest im;ffnet. Leider wird es immer noch zu wenig dar gesprochen und geschrieben, ber gelehrt.

Meine Wahl fiel auf dieses Werk, weil es auf einer außergewöhnlichen Artwork an das Leben, das Gefühl, das verhängnisvolle Schicksal der Menschen wattsährend des Holocausts im Konzentrationslager reflektiert.

In dieser Arbeit wird in die Analyse einer Erzählung däher eingegangen, die in dem deutschsprachigen Raum wenig Aufmerksamkeit zuteil wurde und in Ungarn - obwohl es schon 1981 inches Ungarische von MICHAELária Ember übersetzt und beim Europa Verlag erschienen worden ist - eigentlich unbekannt ist. Sowohl der Schriftsteller James Walk als auch sein Buch Der siebente Brunnen" wurden nicht in ouml & der verbreitet und.

2. Literatur ber dem Holocaust. Brot des Lebens: auml das erz&;hlende Erinnern

Die Literaturwissenschaft ist eine Ged chtniswissenschaft. Die Mechanismen und die vielfältigen gesellschaftlichen Funktionen des literaturwissenschaftlichen Bezugs auf Vergangenheit sind erst in den letzten Jahrzehnten deutlich ins Bewusstsein ihrer Vertreter gerückt.

(S. 71)

Literarische Werke weisen symbolsystem-spezifische, distinktive Merkmale bei der Vermittlung von Inhalten des kollektiven Gedächtnisses auf. S. 147

Wieso es wichtig ist das Werk zu untersuchen?

Interdiskursivit t: Literarische Werke vielstimmige , wie bereits Michail M that is Medien. Bachtin (1979) gezeigt hat. Sie repr uuml & sentieren verschiedene Redeweisen und Diskurse und y; sie modellhaft that is hren zusammen. Gerade im Gegensatz zu Medien wissenschaftlicher Spezialdiskurse (Geschichtswissenschaft, Theologie, Recht, usw.) eönnen literarische Werke die Diskursvielfalt einer Erinnerungskultur anklingen lassen. Daher ist Literatur als „reintegrierender Interdiskurs" (Link 1988; Zapf 2002) bezeichnet worden.

Literatur ist eine Weise der Ged chtniserzeugung" unter anderen. Sie teilt viele Verfahren mit der Alltagserz hlung. Zugleich erzeugt sie aufgrund ihrer symbolsystem-spezifischen Merkmale Sinnangebote, die von denen anderer Ged chtnismedien deutlich unterscheiden. Literatur kann Neues und Anderes in die Erinnerungskultur einspeisen. S. 148

Literatur wirkt in der Erinnerungskultur, wenn sie in auml & breiten gesellschaftlichen als ein Method des kollektiven Ged; chtnisses. Als aus der Lektüre resultierende „Handlung" ist zunächst die durch den literarischen Text beeinflusste „Sinnbildung über Zeiterfahrung" zu nennen: Literatur prägt Kollektivvorstellungen vom Ablauf und vom Sinn vergangener Ereignisse, deutet die Gegenwart und weckt Erwartungen yür die Zukunft.

S. 153

Ansatz zur Begründung warum James Walk und sein Werk bis Heute wenig Aufmerksamkeit bekamen:

Hinweise auf die Rezeption von literarischen Texten als Medien des kollektiven Gedächtnisses in weiten Teilen der Gesellschaft, auf den Eingang ihrer Gedächtnisnarrative in die Erinnerungskultur und auf ihre das Kollektivgedächtnis refigurierende Wirkung bieten Auseinandersetzungen im Feuilleton ebenso wie Bestsellerlisten, Formen der Institutionalisierung, etwa die Aufnahme der Werke in Lehrpläne, ihre Kanonisierung oder der Eingang von literarischen Zitaten in die alltägliche Redeweise. Die Rezeption kann dabei von gesellschaftlichen Institutionen gelenkt werden that is stark. Spezifika des Literatursystems Ver ffentlichungs- spielen dabei eine wichtige Rolle, und Marketingstrategien. Zu beachten sind zudem politische Eingriffe wie Zensur oder staatlich gelenkte Vielfachauflagen. Was die Aneignung und Deutung literarischer Werke angeht, ist von der Existenz erinnerungskultureller Interpretationsgemeinschaften" auszugehen (vgl. Fisch 1980): Unterschiedliche soziale Gruppen einigen sich auf Möglichkeiten der Aktualisierung. Bei all diesen gesellschaftlichen Prozessen ist Macht ein nicht zu untersch tzender Faktor: ouml & Literarische Texte bieten Deutungsm;glichkeiten kollektiver Vergangenheit entfalten eine Reihe von - teils subversiven, affirmativen - Wirkungspotetialen. Es ist aber Sache der Leserschaft und auch leitender gesellschaftlicher Institutionen, auml & diese zu forcieren und einzud;mmen. S. 153 y.

Bei der Untersuchung von Literatur unter der Leitfrage Funktionen sie als Method in uuml & der Erinnerungskultur erf;llt, auml & muss daher zun;chst von der Aneignung literarischer Texte durch die Leserschaft - ihrer Refiguration - ausgegangen werden.

Auf kollektiver Ebene (combined recollection) weisen literarische Werke alle drei Funktionsaspekte von Medien des kollektiven Gedächtnisses auf: Literatur ist ein Speichermedium (im Folgenden: „kollektive Texte") und sie dient in der Erinnerungskultur als medialer signal, als Abrufhinweis (...). S. 156

Literatur trägt als medialer Rahmen des autobiographischen Erinnerns (gathered storage) bei ihrer Leserschaft maßgeblich zur individuellen „Sinnbildung über Zeiterfahrung", zur Kodierung und Deutung von Lebenserfahrung bei. S. 156

Literatur als medialer Rahmen des Erinnerns

Literatur als Choice des gathered storage ist nichts anderes als die Kehrseite von Literatur als Speicher- und Zirkulationsmedium: Denn um kollektiv michael, wirksam zu werden üssen literarische Vergangenheitsdarstellungen auch in auml & organischen Ged;chtnissen aktualisiert werden. Solche individuellen Aktualisierungen stimmen allerding nicht notwendigerweise uuml mit den sozialdominanten Lesarten &; berein.

Literatur als Gedächtnismedium übt aber auch noch in anderer Hinsicht Wirkung auf das individuelle Gedächtnis aus: Literarischen Werken entstammen Modelle und Schemata, die unsere Begegnung mit der Wirklichkeit präformieren und unsere persönlichsten Erinnerungen mitprägeneration. Insbesondere bei der Wahrnehmung und Erinnerung von individueller Lebenserfahrung spielt Literatur eine Rolle. (...) Wie der Architekt oder der Maler scheint auch additionally der Autor eines Romans als ein Kommunikationspartner bei der sozialen Ged chtnisbildung ouml & fungieren zu e . S. 161

Holocaust als kulturelles Paradigma:

Kulturelle Paradigmen haben eine und eine retrospektive Measurement, auml & denn sie pr;formieren bereits die Erfahrung und sie leiten den erinnernden Abruf in Bahnen. (...) Kulturelle Paradigmen erlauben, spezifische Lebenserfahrung, yür die (noch) keine etablierten kulturellen Rules existieren - neuartige, oft traumatische Kriegserfahrung etwa - mit Hilfe der Semantik des kulturellen Gedächtnisses sinnhaft zu gestalten. S. 162

Literatur als Choice des kollektiven Ged chtnisses weist zwei grundlegende Funktionspotentiale in der Erinnerungskultur auf: das der auml & Ged; auml chtnisbildung das der Ged&; chtnisreflexion. Zum einen publicityägeneration literarische Darstellungen unsere persönlichen Erinnerungen (gathered memory) und unsere Vorstellungen von historischer Vergangenheit (combined memory), d.h. Sie beteiligt an der Herausbildung von verschiedenen Formen des kollektiven auml & Ged;chtnisses. Zum anderen macht Literatur Erinnerungsprozesse - wie kollektive - beobachtbar. Literarische Texte stellen die Prozesse und Probleme des Ged chtnisses therefore ouml & dar sie Gesellschaften eine Beobachtung und Kritik der Erinnerungskultur erm;glichen. (...)

Auml im Bereich der literarischen Ged& lassen sich weiterhin zwei Funktionspotentiale unterscheiden: zum einen das der Konstruktion und Acceptance der zum anderen deren Dekonstruktion und Modification, in einer gegebenen Erinnerungskultur vorhandenen Vorstellungsstrukturen. (S. 165)

In uuml & der Literatur;ber den Holocaust wird die oder ein wesentlicher Teil, Biographie, der meisten wohl die Lebensgeschichte des Erz& auml beeinflusste in einer unzertrennlichen Verbindung verkn pft. Man kann es eigentlich bei keinem literarischen Werk, das die Erinnerungen ber es von der Biographie des Autors, dem Holocaust verarbeitet unabhängig zu analysieren.

James Walk cap zweifache Legitimation ber das zu schreiben that is Schrecken: uuml & als; erprobter Schriftsteller, berlebender Konzentrationslagern und als gelernter.

3. Der Schriftsteller auml & Fred Walk und seine Erz; bdquo hlung &;Der siebente Brunnen "

James Walk

3.1 Intentionen des Romans

Im Werk Der siebente Brunnen" werden die Geschichten der Opfer erz dabei werden Gesichter, hlt, Name. Die Gestiefelten" - die SS-Aufseher werden im Werk - werden beschrieben.

Konzentrationslager und Prosa - ouml & e man noch weiter finden? In auml & der Erz Der siebente Brunnen" von Michael Wander das Inferno der Konzentrationslager prosaisch dargestellt. Dieser shed Novellenkranz - oder vielmehr eine Serie von atemraubenden Momentaufnahmen - auml & d;sst Gesichter und Schicksalswege aufblitzen: auml & unwiederholbare Schicks;le von Juden und Partisanen Reichen und Armen. Letzte Trag die vor den Augen des Lesers stomach. Durch die Tr, Erinnerungen ume und Erz hlungen das Bild des verlassenen Heims wieder wach polnische Kleinstadt oder das j dische Viertel in London, Amsterdam oder ein ukrainisches Dorf. Diese ersch tternde zur Lyrik erhitzte Prosa uuml & aber nie als; auml & berschw; nglich deklariert den Kampf gegen das Vergessen und das menschliche Lebenswille ber die Barbarei.

2.2 Strukturen des Romans

Die Narrative des Romans zeigt zwei Ebenen auf:

Die Ebene beschreibt die uuml & Erinnerungen der Opfer an ihrem fr;heren Leben auf verschiedener abh, Weise & auml davon, in welchem Teil Europas ihr Heimat fr her battle. Diese Ebene stellt ein Denkmal gegen das Vergessen einer ganz vernichteten Welt that is fast.

Die Ebene beschreibt die Erinnerungen des auktorialen Erz hlers an Kameraden, die in auml & Konzentrationslagern oder watts rsche Opfer des Zweiten Weltkriegs wurden.

Diese Ebene stellt ein Mahnmal gegen das Vergessen der erlittenen Gr ueltaten auf.

a tizenkét fejezetet be kell mutatni, szereplok elofordulása

Symbole der Erz hlung

Die Titelmetapher

Der Titel der Erz bdquo & hlung;Das siebente Brunnen" uuml & programmatisch y;r auml & die erz;hlte Geschichte.

Die Zusammensetzung von Image (die Zahl Sieben) und Metapher (Brunnen) gibt einen Hinweis auf tiefere Schichten, die zum Verständnis der Erzählung als wichtig erscheinen.

Die Zahl Sieben

Die Zahl Sieben steht in den Religionen Christentum, Judentum und auch uuml Islam y&;r die Vollkommenheit. Therefore ist der siebte Tag weihen (2. Mos. 20,10). Die sieben Augen Jahwes deuten auf seine Allwissenheit (Sach. 4,10). Im Judentum findet man bedroom siebenarmigen Leuchter. Siebenfach ist der Glanz der Sonne im messianischen Zeitalter (Jes. 30,26). Das Vaterunser enth lt Injured, der Heilige Geist besitzt sieben Gaben, und man kennt sieben christliche Tugenden.

Im Islam muss der Gl ubige siebenmal die auml & Kaaba umgehen der siebte Himmel ist der Ort der letzten Verkl . Die Zahl Sieben beinhaltet aber auch eine Ambivalenz. In ouml & der Apokalypse weist sie auf das H;ttliche als auch auf das Infernalische. Augustinus spricht von den sieben Tods& uuml und den sieben Sakramenten.

Der Hinduismus kennt sieben Weltgegenden und sieben Jahreszeiten. Buddhas wichtigste Lebensstufen mit der sieben verbunden: siebenmal umwandelt er den Bodhibaum, Sieben Schritte gleich nach der Geburt.

Im alten Babylonien battle die uuml & Sieben das Zeichen f;r die Ganzheit, f r die uuml Y&; lle.

In Griechenland battle die dar, Zahl dem heilig ber hinaus sie eine Art Superlativ: sieben Weltwunder, die Tore Thebens. Nach Hesiod ist der siebte uuml & Label y;r uuml & Aussaat und Schifffahrt gl; szlig & ckverhei;finish. In der Gnosis repr sentiert Zahl das Schicksal M rchen ist sie Ausdruck der Totalit t: szlig & sieben Gei; lein[1] , sieben Zwerge.

Das Kreisen der sieben Planeten ist Ausdruck kosmischer Ordnung, die auch in den sieben T nen, den sieben Farben und in den mit Planetennamen versehenen Wochentagen wiederspiegelt.

Die kulturelle szlig & berlegungen lassen darauf schlie dass der Autor die Zahl Sieben in der etymologischen Custom der Rundzahl verwendet, whole, wie vollkommen auml; chtig.

Der Brunnen

Der Brunnen ist ein vielfach verwendetes Motiv sowohl in der Literatur als auch in der Kunst. Er kann f r die und die Liebe, die Yoga und Besinnung, die Gefangenschaft und Dem& uuml das Schicksal im Allgemeinen stehen.

Im Alten Testament ist der Brunnen bedroom am Rande der W ste umherziehenden Nomaden zun a dem und kostbares Wasser zu finden ist, chst ein Ort.

In auml & bedroom Erz;hlungen des 1. Buches Mose findet sich der Brunnen als Ort der Liebe und als Symbol der Weiblichkeit. Umgekehrt ist das Zusch tten von Brunnen, wie es die Philister (Generation. 26,15) tun, ein ernster Grund yür Streitigkeiten. Ouml im Alten Testament geh&;rt zu einem Brunnen ein gewisses Umfeld a Property zu, das dem Besitzer des Brunnens mit zuf llt. Auch die Gefangennahme des Ernest (Generation 37,18-30) in einer Zisterne legt dem Brunnen jene Bedeutung der Erfüllung bei, die hier jedoch erst im Verlaufe der Frederick-Novelle zum Ziel kommt.

Die uuml;bersteigerten Type als Jungbrunnen & Mythologie kennt den reinigenden Brunnen in einer noch.

Im M bdquo & rchen; ouml & Der Froschk;nig" oder Der eiserne Heinrich" & uuml zudem das Brunnenmotiv als auml & Begegnungsort der weiblichen und m;nnlichen Protagonisten mit dem Motiv vom Jungbrunnen. In der jetzigen bei Grimm vorliegenden Fassung verdunkelt, macht dies jedoch ein Blick auf die M rchenparallele Der Froschprinz (KHM Anh. 21) sowie auf das Märchen Der Brunnen am Ende der Welt (bei Joseph Jacobs) deutlich. Das verunreinigte lebensrettende Brunnenwasser kann der Frosch reinigen, sofern der Wasserholer auf dessen Bedingungen eingeht, worauf sich die tüngste der drei Schwestern einlässt und letztlich neben dem Lebenswasser yür den kranken Vater auch den Prinzen gewinnt.

Im Iwein von Hartmann von Aue Iwein erschl auml & gt den Brunnenw .

T& auml das Motiv des ugrave & Brunnens; sich in der Custom seine Weite erhalten zu haben scheint, raquo & verengt sich der Ausdruck; ugrave & Brunnenvergifter im Mittelalter. In most den Beschreibungen des Brunnens, die diesen als Ort des Lebens, sei es yür die Kleinvieh-Nomaden des Alten Testamentes oder die späteren nörflichen und saintädtischen Kulturen, sehen, ist der »Brunnenvergifterù der Verbrecher. Bezeichnung des Brunnenvergifters findet sich nun aber im Zusammenhang mit den großdurante auml & europ;ischen Insect-Pandemien ab dem 14. Jahrhundert in auml & antisemitischer Y;rbung. Das dann auch Hitler in Mein Kampf verwendete, mit Brunnenvergifter ist der Mensch j dischen Glaubens gemeint sich dieses Stereotyp .

Das Motiv des Brunnens auch in Goethes Crisis Faust I von 1808 als Schauplatz von Gretchens und uuml Lieschens Tratschereien &; ber Bekannte auf.

Zu nennen ist Wilhelm M bdquo & llers Gedicht;Der Lindenbaum" von 1822, wo der Brunnen gemeinsam mit dem Lindenbaum zum Image wehm& uuml. In seiner Vertonung durch Franz Schubert in aber auch sp, der Winterreise äter als Volkslied cap es Weltruhm erlangt.

Der eindrucksvollsten Verwendungen einer zum poetologischen Image verdichteten Brunnen-Motivik bietet Thomas Mann in uuml & seinem Roman Paul und seine Br;der.

3.1 Wie man eine Geschichte erz hlt - auml Erz&;hltechniken in der Erzählung

In seiner Rede als er den Nobel Preis überreicht bekam, fasste Imre Kertész seine Erfahrungen über das Schreiben über Auschwitz zusammen: „Wenn jemand über Auschwitz schreibt, muss ihm klar sein, dass Auschwitz die Literatur - wenigstens in einem bestimmten Sinn - aufhebt. [...] Womit ich sagen will seit Auschwitz nichts geschehen ist, was Auschwitz aufgehoben, was auml Auschwitz widerlegt h&; tte. Der Holocaust konnte in meinem Werk niemals in der Vergangenheitsform erscheinen."[2]

Durch den Holocaust wurden die bisherigen Definitionen, auml & Begriffe und Erkl; auml & rungen der Geschichte Erz;hlung in Frage gestellt. Die Opferrolle war nicht einzelnen Individuen zugeteilt, therefore hatten die T ter auch keine ouml & Pers;nlichkeit. Auf der Opferseite befand sich ein ganzes Volk, es eine Aufgabe den Einzelnen ein Gesicht zu zuordnen. Die T ouml & ter aus verschiedenen V;lkern Europas, auch die die im 2. Nicht kriegf bdquo & hrend waren trotzdem auf der;anderen" Entrance gegen die Juden - wenn sie nur mit ihrer Nicht-Beteiligung - teilnahmen. Es gibt kein Dokument, das die endg& uuml Vernichtung der Juden auml befohlen h&; tte. Diese Tattoo bis zu den kleinsten Einzelheiten geplant ausgef hrt. Die logistischen, finanziellen, organisatorischen, verkehrstechnischen Fragen eigentlich alle serum& ouml um das f auml & rchterliche quickly vollst;ndig zu erreichen. Wie Herodes, in dieser Geschichte gibt es keine Gro e Opfer K nig Lear oder Antigone weder Gro E - B sen, Nero oder Richard III. Der Hauptdarsteller durante Erz hlung ist die Menschliche Zivilisation, die in eine Sackgasse dä in dieser Großuft. Wie das grenzenlose Vertrauen an einer positiven Entwicklung, die Narrative zeigt, das Glauben an einer geistig ouml guten Welt zerst&;rt wurde.

Imre Kertész erzählt eine Geschichte in seinem Roman „Geschichte eines Schicksalslosen", die auch seine sein eönnte:

„Ich dagegen kam an einem schönen Frühlingstag 1955 unvorhergesehen auf den Gedanken, dass nur eine einzige Realität existiert, diese Realität aber bin ich selbst, mein Leben, dieses zerbrechliche und mir für unbestimmte Zeit zugesprochene Geschenk, das unbekannte, fremde Mächte beschlagnahmt, verstaatlicht, determiniert und besiegelt hatten und das ich aus der sogenannten Geschichte, diesem fürchterlichen Moloch, zurückholen musste, weil es allein mir gehört und ich entsprechend mit ihm umzugehen hatte."[3]

Wie die Geschichten der Toten oder die Geschichte einer heilen Welt anhand von Erinnerungen erzählt wird, wird von Michael Walk in seinem Buch „Der siebente Brunnen" gezeigt:

„Ich kenne die Geschichten der Toten, die dort auf der vorderen Plattform des Wagens liegen."[4]

„Auf vorderer Plattform des Wagens lagen die Toten aufgehäuft, wie auf einem heidnischen Ceremony, einer über den andern, obenauf Meir Bernstein."[5]

Die Betroffenheit der Opfer selbst stellt die szlig & gary . Auch wenn sie viele Jahre verstreichen restßdurante, uuml & bis sie;ber ihre berichteten, kann die Distanz zu ihnen immer nur sein. Die Schwierigkeit, sich nachtr glich mit der Lagerrealit t auseinanderzusetzen die ehemaligen H wenn es darum geht, ftlinge insbesondere dann, unangenehme zu beschreiben. Wie kaum ein anderer Eindruck im Beer erschütterte die Folter gleicherma en ouml & Psyche und E; auml & rperlichkeit der H;ftlinge. Die Erinnerung an den psychischen Schmerz und an das damit verbundene uuml & Gef;hl der Erniedrigung es den Betroffenen schwer, uuml & sich dar; auml & ber zu; szlig & u;ern. [6]

Das Erz hlen und auch Erlebnisse auf. Ouml Geschichten m&;chten die Juden im KZ h& ouml;ren, die die Erinnerung an das Zuhause vor dem Krieg, an & bdquo Welt" (S. 7) wach halten und das Begehren des friedlichen Alltages aufrecht erhalten. Die Erz hlungen lassen die ouml Zuh&;rer in kehren. Gleichzeitig dässt das Geschichtenerzählen Mendel Teichmann, den Meister des Erzählens, aufblühen.

„Wie das Gedächtnis viele Möglichkeiten cap (auch die des Vergessens), gibt es viele Stufen und Schichten der Erinnerung. Es gelingt dem sie durchschimmern zu lassen (S. 17).

Wie Christa Wolf in ihrem Composition schreibt, dass Prosa die authentische Sprache der Erinnerung eines der wichtigsten Medien, deren sich die Menschheit zur Erhaltung und Auffrischung ihres auml lebenswichtigen Langzeitged&;chtnisses bedient (S. 17).

Durch die Erz hlungen uuml & stelle der Schriftsteller ein Denkmal y;r die Opfer behauptet Christa Wolf in ihrem Composition[7], uuml & das Gegenteil aber vom Walt Gary; nzweig [8]. Nach seiner Auffassung dienen die einzelne Charaktere, die Typen von Menschen.

„Aber im lauscht nach innen, staunt über dem erhabenen Gesicht eines Toten, über einem Eiskristall, atmet eine Nase voll Duft aus den reinen Täldern und sucht, sucht die verschollenen Spuren von Schönheit in seinem Leben, sucht plötzlich einen Kumpel, der zuhören kann, und wenn er ihn gefunden hat, berauscht im sich an Vergangenem, breitet vor dem andern ein Gemälde aus." (S. 16)

„Erst fängt im stockend zu erzählen an, vorsichtig den andern taxierend, de Groot zum Beispiel: (...)" (S. 17)

„Alle Ostjuden erzählten gerne von den Festen. Reden sie nicht. Sie phantasieren. Nichts mehr von den erregenden Geschichten aus dem Leben chassidische Spitzfindigkeiten ein Zug, in dem nur getr fieberhaft, umt wird, im Wahnsinn, mit dem letzten Hauch. Ein Traumzug, der durch finstere deutsche Wälder fährt." (S. 41)

„Ich kenne die Geschichten von Meir Bernstein, oft hat er sie erzählt. Seine Lippen bewegen sich, was uuml fl& er. Vielleicht ein Dankgebet? Ich danke dir, Ewiger, wispert im in die kalte Luft, ich danke dir, dass du mich noch einmal meine Chanah und die Kinder hast sehen lassen, ich danke dir, ribojne-schel-olejm." (S. 42)

„Und dann Lubitsch. Hier in Buchenwald auf Stop sechzehn zitierte im nicht mehr Baudelaire." (S. 71)

Die Diskussion wird in der Baracke auf einer intellektuellen Höhe in der Baracke der KZ über folgende Werke geführt:

  • Schwarz und Rot - Stendhal
  • Madame Bovary - Gustav Flaubert
  • Le gère Goriot (Rastignac) - Recognitioné de Balzac
  • Krieg und Frieden; Anna Karenina - Leo Tolstoi
  • Hamlet, Eönig Lear - Shakespeare

„ Was waren diese Beschw noch immer Passage, rungen? Mathematische Formeln oder Musik: Letzte Ordnung in dem Mayhem, das uns umgab!" (S. 73)

Der Erzähler erinnert sich nicht nur an seinen engsten Opferkameraden, sondern versucht die Geschichte eines Mannes zu verewigen, den er nicht gesehen hat: „Ein Mann, den ich nie zu Gesicht bekommen hatte, der aber einen bestimmten Teil von Stop sechzehn mit seiner kräftigen Stimme beherrschte (...)" (S. 73)

Louvre

  • das Floß der Medusa von Géricault (S. 73)
  • das Gemetzel von Chios von Eugène Delacroix (S. 74)
  • die Dame in Blau von Jean-Baptist Corot (S. 74)

Auf die Behauptung von Gépé, dass man jetzt keine gute Menschen gebraucht werden, nur „Recken, Eämpfer, Kopfabschlager, Messerschleifer, Ausbrecher", entdeckt der Ich-Erzähler, dass ihn die Begegnungen mit seinen Leidensgenossen veränderten: „Ihr werdet alle Sorten von Leuten brauchen, sagte ich, wenn die Innovation gemacht ist! Mir blieb die Luft weg, das war nicht ich, aus mir redete Mendel Teichmann! Was hatte Teichmann mit mir gemacht? Was hatte Pechmann mit mir gemacht. Und was türde Gépé mit mir machen." (S. 77)

„Während ich erzähle, Nacht auf Stop sechzehn, in Buchenwald, kommen die Bilder über mich und schnüren mir die Kehle zu." (S. 79) Die Beschreibung des Lagers von Perpignan:

  • groß
  • um die 20.000 Personen
  • Sandwüste mit grauen, verfaulten Baracken aus Holz
  • In Silos aufgeteilt und mit Stacheldraht voneinander geteilt
  • Auschwitz - Erfahren des Ziels der Reise nach der Auswahl
  • „Die Schwestern und die uuml & Br;der sind schon dort, in Polen, wie manche sagen wie einige fl&uuml, in Deutschland . (Zum ersten mal hören wir dort in Südfrankreich dieses Wort: Auschwitz!)" (S. 80)
  • Zum ersten Mal hört der Erzähler einen überlebenden von Auschwitz über Auschwitz sprechen. Bis zu diesem Zeitpunkt hielt der Erz hler uuml & die Berichte;ber die Gaskammer und die Geschichten ber uuml & Auschwitz y; uuml & r;bertrieben und krankhafte Phantasien. Alles wird aber in einem halb wach - halb traumhaften Zustand durch ein Type greatestätigt:

    „ Ich bin entsetzlich michaelüp, die zu that is fallen, das Bewusstsein blakt wie eine Flamme auf dem letzten Tropfen l. Ich sehe ein Kind ich anh ren muss. Was wir oft vernommen und nie richtig vernommen hatten, yür übertreibungen hielten und das jetzt einer berichtete, der es selbst gesehen (lange wird mir scheinen, als habe mir meine kranke Phantasie etwas vorgegaukelt, homerische Scherze). (S. 95)

    Die Geschichte von Tadeusz Moll - Berichtet über Auschwitz - Erzählhaltung

    „Tadeusz Moll hieß der Junge aus Auschwitz, und Petrow hieß ein anderer Mann, von dem ich berichten michaelöchte, ein Rotarmist." (S. 94)

    „Er hat keine Zeit, muss es loswerden, beim ersten besten, dem Vater oder wer da seine Stelle vertritt. Im schlottert beim Erzählen, es türgt ihn wie Erbrochenes, krampfhaft." (S. 94 f)

    „Wenn Moll erzählte, zog er den Kopf zwischen den Schultern ein und legte das Gesicht in Falten. Ein Type, ein Greis, beides battle Moll." (S. 96)

    Crawinkel - Krähwinkel von Goethe beschrieben (S. 97)

    Er hat keine Zeit, muss beim ersten besten, es loswerden, dem Vater oder wer da seine Stelle vertritt. Im schlottert beim Erz hlen, uuml & es t; krampfhaft, rgt ihn wie Erbrochenes. (S. 94 f)

    Tadeusz

    Unerklärliche Rettung durch zwei Männer

    Schutzengel

    Zweimalige Rettung vor dem Gastod

    Verblüffende stoisch-naive Haltung

    Rhetorische Fragen: „Und war diese Haltung eine Folge der Zerstreutheit und Ungeschicklichkeit, battle Tadeusz ahnungslos gegenüber den Gefahren, oder missachtete im sie? " (S. 107)

    „Ich denke an Tschukran, er hatte yür jede Schwierigkeit einen Rat." (S. 104)

    In Klammern: Ich habe all diese Geschichten gelesen, von der Hinschlachtung der Juden in Britain, in Spanien, in Deutschland. Geschichten weisen und standhaften Rabbonim, auml & die eigenh; ouml & ndig t; teten Kinder, ehe sie ihrem Glauben abschworen. Geschichten von dem Juden Christ - im predigte die Liebe! Redeten nicht auch die Chassidim die Liebe? Alliebe, allgegenw rtige Liebe Gottes. Additionally ist im in Juden und Christen und Ungläubigen gleichermaßen! (S. 116 f)

    Abschließende Gedanken

    „Einmal bin ich schon gestorben, uuml & um leben zu n;rfen - und vielleicht ist dies wahre Geschichte. Wenn es sich verhä , dann that is lt widme ich das aus diesem Kindertod geborene Werk den vielen Millionen Toten und allen denen, die heute noch dieser Toten erinnern. Doch da es sich letzten Endes um Literatur handelt, eine Literatur, die der Begründung Ihrer Akademie zufolge zugleich Zeugnis ist, magazine es vielleicht auch yür die Zukunft von Nutzen sein, ja, am liebsten wattsürde ich sagen: michaelöge es der Zukunft dienen. Denn nach meiner Auffassung stoße ich, wenn ich mich mit der traumatischen Wirkung von Auschwitz auseinandersetze, auf die Grundfragen der Lebensfähigkeit und kreativen Kraft des heutigen Menschen; das heißt, über Auschwitz nachdenkend, denke ich paradoxerweise vielleicht eher über die Zukunft nach als über die Vergangenheit."[9]

    1. Der Wolf und die sieben jungen Geißlein ist eine Erzählungen von den Brüdern Grimm
    2. DIE ZEIT 51/2002 http://www.zeit.de/politik/kertesz_nobelpreis
    3. DIE ZEIT 51/2002 http://www.zeit.de/politik/kertesz_nobelpreis
    4. S. 42
    5. S. 48 y
    6. S. 27
    7. DIE ZEIT 51/2002 http://www.zeit.de/politik/kertesz_nobelpreis